In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Vortag um Durchschnittlich 1,45 Cent pro Liter gestiegen. Die EZB erkennt an, dass die Inflation kein kurzfristiges Phänomen ist und lässt den Euro-Dollar-Kurs damit auf ein Zweiwochenhoch schnellen. Der Irak blieb wie mehrere andere Mitglieder der OPEC+ im Januar 2022 hinter den selbstgesetzten Förderquoten zurück.
Für den Heizölpreis positive Nachrichten gibt es von der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar gibt es noch keine angekündigten Zinsanhebungen, allerdings hat die EZB-Chefin Christine Lagarde die Rhetorik der Zentralbank in einer gestrigen Pressekonferenz angepasst. Bisher hat die EZB den Standpunkt vertreten, dass es sich bei der aktuellen Inflation um ein temporäres Problem handle. In der gestrigen Stellungnahme, erkannte die EZB erstmals an, dass das Problem von längerer Dauer sein könnte und sie den Währungsmarkt genau im Blick behalten und ggf. im März diesen Jahres Maßnahmen beschließen könnte. Den Anlegern reichten diese Äußerungen bereits aus, um den Euro-Dollar-Kurs auf ein zwei Wochenhoch zu heben. Dies macht Käufe von in Dollar gehandeltem Rohöl hierzulande etwas günstiger.
Dem entgegen stehen Informationen aus OPEC+ kreisen, dass der Irak seine Förderquoten für Januar 2022 nicht ausschöpfen konnte. Das Land produzierte im Januar 4,16 Mio. B/T. Laut Quotenregelung der OPEC+ hätte der Irak allerdings 4,28 Mio. B/T fördern dürfen. Im Vergleich zum Dezember 2021 hat das Land ca. 63.000 B/T weniger gefördert. Die irakische Regierung machte dafür Wartungsarbeiten, das Wetter und technische Probleme verantwortlich. Allerdings ist der Irak nicht das einzige Mitglied der OPEC+, dass die eigenen Förderquoten nicht ausschöpfen konnte. Im Januar sollen auch Angola, Nigeria, der Kongo und Russland ihre jeweiligen Quoten verfehlt haben. Der Markt sieht sich damit in seiner Sorge, dass die OPEC+ nicht einmal die selbstgesteckten und aus Sicht des Marktes unzureichenden, Ziele erreichen kann.
Preissteigernd für den Ölpreis wirkt sich auch die ungewöhnliche Kältewelle in Teilen der USA aus. Bereits im letzten Jahr wurde beispielsweise Texas von einer ähnlichen Kältewelle überrascht und die Produktion von Ölerzeugnissen sank massiv. Zwar gehen die Wetterdienste davon aus, dass die aktuelle Kältewelle deutlich schneller beendet sein wird, der Markt preist allerdings bereits Risikozuschläge ein. Im letzten Jahr sank die Raffinerieaktivität aufgrund der Kältewelle um knapp die Hälfte von 7,8 Mio. B/T auf 3,9 Mio. B/T.
In der D-A-CH-Region starten wir im Vortagesvergleich mit teils sehr starken Heizölpreissteigerungen. Am glimpflichsten kommen die Österreicher davon mit einem geringen Aufschlag pro Liter von durchschnittlich 0,05 Cent. Im Mittelfeld folgt Deutschland mit einem deutlichen Aufschlag von im Schnitt 1,30 Cent pro Liter Heizöl. Spitzenreiter ist aktuell die Schweiz, wo der Liter Heizöl im Vortagesvergleich aktuell durchschnittlich 2,95 Rappen mehr kostet.
Die Nachfrage ist auf Wochensicht am Donnerstag niedrig gewesen. Im Vergleich mit dem Donnerstag der Vorwoche blieb sie allerdings stabil trotz der starken Preisanstiege. Die Schweiz dürfte es am schlimmsten getroffen haben, weil sie nicht von dem im Vergleich zum Dollar erstarkenden Euro profitieren konnte. Insgesamt wird die Preissituation weiterhin hoch bleiben, solange der Ukraine Konflikt sich nicht spürbar entspannt. Da die USA ihre Rhetorik im Vergleich zum Vortag wieder von der Deeskalation weg verändert haben und Russland ebenfalls keine spürbare Deeskalationspolitik betreibt, könnte dies allerdings noch dauern.
Börsendaten:
| Freitag 04.02.2022 - 10:18 Uhr | Schluss Vortag 03.02.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 92,06 $ pro Barrel | 91,00 $ pro Barrel | +1,16% |
| Gasöl | 846,50 $ pro Tonne | 832,25 $ pro Tonne | +1,71% |
| Euro/Dollar | 1,1454 $ | 1,1439 $ | +0,13% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9224 CHF | 0,9197 CHF | +0,29% (etwas fester) |
alle Angaben ohne Gewähr |