Die Heizölpreise in der D-A-CH-Region sind im Vergleich zum Vortag um durchschnittlich 0,05 Cent pro Liter gestiegen. Die Aussagen der FED zur geplanten Geldpolitik der USA lassen den Dollar erstarken und treiben damit kurzfristig den Ölpreis nach oben. Der Iran gewährt überraschend die Erlaubnis erneut Überwachungskameras in einer seiner Aufbereitungsanlagen zu installieren.
Gestern Abend begannen die Rohöl- und damit Heizölpreise leicht zu steigen. Hintergrund waren Mitteilungen von und über die amerikanische Notenbank (FED). Diese gaben an, dass möglicherweise die Zinsen im Jahr 2022 statt zwei drei Mal angezogen werden könnten und dass die Anleihenkäufe durch die FED früher als bisher geplant zurückfahren werden. Dies macht den Dollar für Investoren interessanter als z. B. den Euro, da in der Eurozone eine langsamere Straffung der Geldpolitik erwartet wird. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, ließ dies die Preise gestern Abend etwas anziehen.
Positive langfriste, weil potentiell preissenkende Neuigkeiten, Neuigkeiten gibt es bei den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen dem Iran und den USA. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit auf eine schnelle Einigung weiterhin gering, allerdings gestand der Iran der Internationalen Atomaufsichtsbehörde (IAEA) zu in einer seiner Anlagen die abmontierten Überwachungskameras wieder zu installieren. Dies wird als Schritt des Irans gewertet die Verhandlungen kompromissbereit fortführen zu wollen. Mit einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen würden dem Weltmarkt signifikante Mengen iranischen Rohöls zur Verfügung stehen, was theoretisch zu einer Situation führt, wo mehr Öl auf dem Markt angeboten als gekauft wird, was zu sinkenden Preisen führt.
Der wöchentliche Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) von gestern Abend hatte einen preissteigernden Einfluss auf den Ölpreis. Aus diesem geht hervor, dass die Daten des US American Petroleum Institute (API) vom Dienstagabend noch zu konservativ bei den Abbauten waren. Der Markt hatte erwartet, dass die Rohölbestände der USA in um 2 Mio. Barrel im Vergleich zur Vorwoche sinken würden. Nach dem Bericht des API waren es allerdings nur 0,8 Mio. Barrel und zusätzlich minimalen Aufbauten bei den Benzinbeständen. Der Bericht des DOE wiederum gibt an, dass die Abbauten bei Rohöl sogar bei 4,6 Mio. Barrel und damit deutlich über den Erwartungen des Marktes lagen. Auch bei den Destillaten, zu den auch Heizöl gehört und Benzin, werden im Bericht des DOE signifikante Abbauten aufgezeigt. All dies sorgt im Markt für steigende Rohöl- und damit Heizölpreise.
In der D-A-CH-Region starten wir im Vergleich zu gestern mit Preissteigerungen in den Tag. In den einzelnen Ländern verteilt sich dies jedoch unterschiedlich. In Deutschland wurden die gestrigen preissteigernden Nachrichten bereits eingepreist und Heizölkäufer zahlen hier im Vergleich zum Vortag im Schnitt 0,4 Cent mehr pro Liter. In der Schweiz hat sich dagegen im Vergleich zu den Preisen von gestern Abend erneut keine Veränderung am aktuellen Morgen ergeben und in Österreich zahlen Heizölinteressenten sogar durchschnittlich 0,2 Cent weniger pro Liter im Vergleich zum Vortag.
Im Vergleich der Nachfrage vom gestrigen Mittwoch und dem letzter Woche, sehen wir einen Anstieg des Kaufinteresses von ca. 10%. Erklären lässt sich dies sehr wahrscheinlich mit den im Vergleich der beiden Tage um ca. 0,4 Cent bzw. Rappen günstigeren Preise pro Liter Heizöl. Auch heute lohnt sich trotz der z. B. in Deutschland gestiegenen Heizölpreise ein Kauf, da die Preise im Laufe des Tages wahrscheinlich in allen drei Ländern noch etwas anziehen. Auf der anderen Seite sind die Preise z. B. in Deutschland im Vergleich zu Dienstag immer noch durchschnittlich 0,3 Cent günstiger pro Liter am heutigen Vormittag. In der Schweiz ist der Preis im Vergleich zu Dienstag sogar runde 0,5 Rappen günstiger. Ein kurzfristig nötiger Kauf lohnt sich demnach aktuell.
Börsendaten:
| Donnerstag 16.12.2021 - 09:40 Uhr | Schluss Vortag 15.12.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 74,53 $ pro Barrel | 74,42 $ pro Barrel | +0,15% |
| Gasöl | 646,75 $ pro Tonne | 647,25 $ pro Tonne | -0,08% |
| Euro/Dollar | 1,1308 $ | 1,1292 $ | +0,14% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9232 CHF | 0,9234 CHF | -0,02% (konstant) |
alle Angaben ohne Gewähr |