In der D-A-CH Region steigen die Heizölpreise im Schnitt um 1,1 Cent pro Liter. Das Resultat der koordinierten Freigabe von Teilen der strategischen Reserven mehrerer Länder enttäuscht in seinem Ausmaß und sorgt für steigende Preise. Sollte der für heute Nachmittag erwartete DOE-Bericht die Daten des gestrigen API-Berichtes stützen, könnten die Preise bereits morgen wieder sinken.
Trotz verschiedener theoretisch preissenkender Neuigkeiten zog der Ölpreis im gestrigen Tagesverlauf deutlich an. Zum Beispiel lieferte die Ankündigung der USA 50 Mio. Barrel Rohöl aus den strategischen Reserven freizugeben wieder erwarten keine Preissenkung. Der Markt reagierte stattdessen mit steigenden Preisen, da scheinbar erwartet wird, dass sich das aktuelle Angebotsdefizit damit nur mittelfristig in die Zukunft verschiebt. Ebenfalls enttäuscht hat die freigegebene Menge, da 18 Mio. Barrel ohnehin bereits freigegeben waren und der Verkauf nur beschleunigt wird und die restlichen 32 Mio. Barrel nur eine Leihgabe sind, die die Empfänger zurückerstatten müssen. Auch die anderen Länder, die am Plan der koordinierten Freigabe der USA mitgewirkt haben, haben nur für den Markt enttäuschende Mengen angekündigt. Diese liegen im Bereich von 1,5 Mio. Barrel bis entweder 7 Mio. Barrel oder 15 Mio. Barrel liegen, je nachdem wie China sich letztlich entscheidet.
Eine noch größere Preissteigerung wurde von dem Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) ausgebremst. Der Markt hatte erwartet, dass die Rohölbestände der USA um ca. 0,8 Mio. Barrel sinken. Stattdessen gab es einen Aufbau von 2,3 Mio. Barrel und auch die Bestände im Zentrallager Cushing sind laut API um 0,9 Mio. Barrel gestiegen. Die mit 1,5 Mio. Barrel doppelt so hoch wie erwarteten Abbauten bei den Destillaten, zu denen auch Heizöl gehört, werden dabei auf die Heizsaison zurückgeführt und hatten daher keine sonderlich preistreibende Wirkung. Sollte der für heute Nachmittag erwartete Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) den Bericht des API bestätigen, könnte es ab dann bereits wieder zu sinkenden Preisen kommen.
In der D-A-CH-Region sorgte das enttäuschende Ausmaß der koordinierten Freigabe von Teilen der strategischen Reserve mehrerer Länder für einen teils drastischen Preisanstieg. Aufgrund des noch ausstehenden Berichtes des DOE heute Nachmittag, könnte sich ein Abwarten beim Kauf für Heizölinteressenten bis dahin lohnen. Es wird davon ausgegangen, dass der DOE Bericht die Daten des API-Berichtes stützt und sollte dies der Fall sein, werden die Preise wieder etwas nachgeben.
Gut haben es heute Früh Heizölinteressenten in Österreich, da hier die internationale Preissituation noch nicht von den Händlern eingepreist wurde. Interessenten zahlen aktuell sogar ein kleines bisschen weniger pro Liter als gestern mit 0,05 Cent.
Aufgrund des heutigen Preisanstieges erwarten wir, dass die Nachfrage nach Heizöl heute ins Stocken geratet, da bereits morgen fallende Preise wahrscheinlich sind. Vorsicht muss man als Heizölinteressent insofern walten lassen, dass wir aufgrund des wahrscheinlichen Inhalts des DOE-Berichtes von dem morgigen Preisverfall ausgehen. Sollte z. B. der Bericht von den Erwartungen abweichen oder die OPEC+ auf die koordinierte Freigabe der strategischen Reserven für Ölverbraucher negativ reagieren, könnte es sogar zu steigenden Preisen kommen. Gestern wiederum fiel die Nachfrage nach Heizöl im Vergleich mit dem Schnitt der Dienstage der letzten Wochen ca. 30% höher aus, was zeigt, dass der Bedarf nach wie vor hoch ist.
Börsendaten:
| Mittwoch 24.11.2021 - 10:25 Uhr | Schluss Vortag 23.11.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 82,68 $ pro Barrel | 82,10 $ pro Barrel | +0,71% |
| Gasöl | 692,75 $ pro Tonne | 690,75 $ pro Tonne | +0,29% |
| Euro/Dollar | 1,1235 $ | 1,1249 $ | -0,12% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9343 CHF | 0,9331 CHF | +0,13% (konstant) |
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