Die Rohölsorten Brent und WTI starten jeweils oberhalb der psychologisch wichtigen 120 Dollar pro Fass Marke in den Tag. Aufgrund von Unruhen ist die libysche Rohölproduktion fast auf null gesunken. In den USA werden für den Juli 2022 Rekordwerte für die Förderung von Schieferöl und Gas erwartet.
Nachdem die Rohölsorten WTI und Brent gestern Morgen jeweils unter die wichtige 120 Dollar pro Barrel Marke in den Tag starteten, schlossen sie den Tag wieder deutlich über dieser Marke ab und starten auch heute oberhalb dieser Werte. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 121,06 Dollar pro Fass, einem Plus von 0,06 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 122,39 Dollar pro Fass gehandelt, einem Plus von 0,02 Prozent. Der Euro musste im Vergleich zum Dollar erneut nachlassen. Aktuell wird ein Euro mit 1,0433 Dollar gehandelt. Ein Plus zum Schluss des Vortages von 0,22 Prozent.
Schlechte Nachrichten für den Ölpreis kommen aus der OPEC+. Das Bündnis hat für den kommenden Monat eine signifikante Steigerung der Förderquoten von rund 600.000 B/T statt der bisherigen rund 400.000 beschlossen. Was imposant klingt, hat wenig praktische Auswirkungen, da sehr zeitgleich der Energieminister der vereinigten arabischen Emirate (VAE) angab, dass die OPEC+ 2,6 Mio. B/T hinter den aktuellen Quoten hinterherhinken und nahezu keine Kapazitäten für weitere Steigerungen hätten. Nun gibt es erneut schlechte Neuigkeiten aus Libyen. Der libysche Ölminister Mohammed Oun gab bekannt, dass die Produktion des Landes aktuell um ungefähr 1,1 Mio. B/T gesunken sei. Unabhängigen Analysten zufolge entspricht dies fast der kompletten verbliebenen Ölproduktion des Landes. Nach Aktuellen Schätzungen produziert das Land noch ca. 100.000 B/T. Vor einigen Monaten lag die Förderung noch teils bei 1,5 Mio. B/T. Bei der ohne hin sehr angespannten globalen Versorgungslage, stellt dies ein ernstes globales Problem dar.
Guten Nachrichten für den Heizölpreis kommen aus den USA. Hier wird das Erreichen eines neuen Rekordes der Schieferölproduktion im Permian-Becken für Juli dieses Jahres erwartet. Mit einer Steigerung um ca. 84.000 B/T auf 5,31 Mio. B/T stellt das Becken den größten Anteil der US-Schieferöl-Produktion. Diese soll im Juli um 146.000 B/T auf 8,9 Mio. B/T steigen, den höchsten Wert seit März 2020. Auch die Gasproduktion soll sich im Juli um 0,8 Milliarden Kubikfuß pro Tag (bcfd) auf 92,3 bcfd, umgerechnet 2,61 Milliarden Kubikmeter, erhöhen. Im Angesicht der niedrigen globalen Lagerbestände für Öl und Gas und der sehr knappen Versorgungslage, wirken sich bereits kleinere Steigerungen preissenkend aus.
In der D-A-CH-Region haben sich die Preise mit Ausnahme der Schweiz auf dem Niveau des Vortagesgehalten. Während sich die Heizölpreise im Vortagesvergleich durchschnittlich in Deutschland und Österreich nicht bewegt haben, zogen sie in der Schweiz deutlich an.
Im Zuge der kurzzeitig relativ günstigen Morgenpreise in Deutschland, zogen die gestrigen Bestellungen deutlich an und es wurde ungefähr doppelt so viel bestellt, wie am gesamten Wochenende. Mit den im Tagesverlauf allerdings wieder gestiegenen Preisen, kühlte die Nachfrage wieder deutlich ab. Auch jetzt befinden sich ca. fünfeinhalb Mal so viele Besucher auf HeizOel24 wie zu dieser Jahreszeit üblich, allerdings wird aufgrund der hohen Preise nur halb so viel gekauft wie üblich. Die Kunden warten wieder auf einen deutlichen Ausreißer nach unten, um den Einkauf wenigstens halbwegs erträglich zu machen.
| Dienstag 14.06.2022 - 09:47 Uhr | Schluss Vortag 13.06.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 123,12 $ pro Barrel | 122,19 $ pro Barrel | +0,76% |
| Gasöl | 1.275,25 $ pro Tonne | 1.262,75 $ pro Tonne | +0,99% |
| Euro/Dollar | 1,0462 $ | 1,0408 $ | +0,52% (etwas fester) |
| USD/CHF | 0,9916 CHF | 0,9972 CHF | -0,56% (etwas schwächer) |
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