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Ölproduktpreise entkoppelt von Rohölpreisen

In Deutschland, der Schweiz und Österreich sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich wieder gesunken. In Deutschland fielen sie mit im Schnitt 0,7 Cent pro Liter am stärksten. Heute tagt die EU-Kommission und debattiert unter anderem über den durch die G7-Staaten geplanten Preisdeckel für russisches Rohöl. Es wird davon ausgegangen, dass nachdem treffen der genaue Betrag für den Preisdeckel von den G7-Staaten bekanntgegeben wird. Die Bundesregierung in Deutschland hat einen Gesetzesentwurf zur Abschöpfung von Zufallsgewinnen um eine „Formulierungshilfe“ bereichert, welche bei den Verbänden für erneuerbare Energien auf starke Kritik stößt.

Die Rohölpreise für Brent und WTI haben den gestrigen Handel im Plus beendet und steigen auch am heutigen Vormittag weiter. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 81,52 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,48 Prozent. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 89.01 Dollar, einem Plus von 0,75 Prozent, gehandelt. Positiv ist allerdings auch die Entwicklung des Euros im Verhältnis zum Dollar. Der Euro hat die psychologisch wichtige 1,03 Dollar Marke wieder überschritten und steigt ebenfalls weiterhin. Ein Euro wird aktuell mit 1,0336 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,31 Prozent. Der ICE Gasoil Terminkontrakt startet positiverweise ebenfalls mit einem Minus im Vergleich zum Vormittag des gestrigen Dienstags in den Handel, ist allerdings dabei die Verluste wieder auszugleichen. ICE Gasoil wird aktuell mit 941,75 Dollar, einem Minus von 0,16 Prozent, gehandelt. Damit ergibt sich dennoch zumindest am aktuellen Vormittag weiteres Abwärtspotential bei den Heizölpreisen. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, gleicht der stärkere Euro die gestiegenen Rohölpreise aus und der ICE Gasoil Terminkontrakt notiert noch unter den Werten von gestern Vormittag.

Der geplante Preisdeckel der G7-Staaten nimmt weiter Form an. Die heute tagende Kommission der EU könnte heute ihren Teil der Arbeit an selbigem Abschließen. Daraus resultierenden könnte bereits heute das Preisniveau verkündet werden. Noch ist die genaue Höhe unklar und aktuell wird von einem Preis oberhalb der 60 Dollar pro Fass Marke ausgegangen. Preise oberhalb der noch festzulegenden Grenze dürften z. B. nicht von Transportversicherern versichert werden. Während der Markt befürchtet, dass Russland seine Produktion teilweise oder ganz zurückfahren könnte, gehen die USA nicht davon aus. Hintergrund ist das Eigeninteresse Russlands, seinen größten Wirtschaftszweig nicht selbst zu zerstören. Zusätzlich wurde darüber debattiert, wie flexibel der Preisdeckel sein müsse, um z. B. keine Anreize zu schaffen die Sanktionen zu umgehen. Den USA schwebt hier eine Revision alle drei bis sechs Monate vor. Ziel ist es dem Markt Planungssicherheit zu geben.

Potentiell negative Neuigkeiten für die Heizölpreise kommen aus Deutschland. Die Bundesregierung die „Formulierungshilfe“ für den Gesetzesentwurf zur Strompreisbremse und Erlösabschöpfung bei Energieerzeugern veröffentlicht. Aus den Bereichen der erneuerbaren Energien hagelt es dabei größtenteils Kritik. Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) ist hier eine der wenigen Ausnahmen, welcher den Entwurf mit der Klarstellung in Form der Formulierungshilfe begrüßt, da Wärmepumpen hier nach Verbandsmeinung gut wegkommen. Dagegen kritisieren Verbände wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Bundesverband Solarwirtschaft unter anderem, dass Deutschland nicht der Mehrheit der EU-Länder folgt und statt der Gewinne die Umsätze der Unternehmen abschöpft. Der Bundesverband Solarwirtschaft kritisiert dabei, dass die Kosten im Vergleich zu 2020 um ca. 60 Prozent gestiegen sind und dies nicht berücksichtigt wird. Der BEE zielt mit seiner Kritik in die gleiche Kerbe und beschwert sich zusätzlich über die unklare zeitliche Begrenzung und die rückwirkende Abschöpfung. Die DUH sieht das österreichische Modell als gute Alternative an. Hier müssen Unternehmen, welche nachweislich in erneuerbare Energien investieren, weniger Abgaben leisten und es wird nur der Gewinn abgezogen. Die Kritiker des Gesetzesentwurf bemängeln, dass durch die Abschöpfung der Umsätze Unternehmen ggf. in Schieflage geraten und Investitionen in erneuerbare Energien zurückgefahren werden. Befürworter sehen dagegen den Vorteil des Entwurfes darin, dass sich Unternehmen ihre Gewinne nicht kleinrechnen können und so der Gesellschaft unverhältnismäßig hohe Einnahmen wieder zurückführen müssen.

In der D-A-CH-Region hat sich der Preis für Rohöl und die Produkte erneut entkoppelt, diesmal zum Vorteil der Heizölnutzer. Trotz steigender Rohölpreise sinken die Kosten am heutigen Vormittag. Hintergrund dürften die vollen Lager der Raffinerien sein. Mit einem durchschnittlichen Rückgang von 0,7 Cent pro Liter Heizöl fielen die Preise in Deutschland aktuell am stärksten. In Österreich fallen die Rückgänge mit im Schnitt 0,1 Cent pro Liter Heizöl eher gering aus.

Das Bestellvolumen lag gestern minimal unter dem des Montages dieser Woche. Die Heizölnutzer hoffen hartnäckig und bisher erfolgreich auf weitere Preisnachlässe für Heizöl. Zwar rücken preistreibende Faktoren, wie das OPEC+ Treffen am 04.12.22 und die EU-Sanktionen sowie der Preisdeckel für russisches Rohöl am 05.12.2022 immer näher, dennoch überwiegen aktuell noch die Nachfragesorgen. Chinas rapide steigende Coronazahlen und die schwächelnden großen Wirtschaftsnationen wie die USA und Deutschland, senken die Nachfrage nach Öl aktuell auf ein Niveau im Bereich des verfügbaren Angebotes. 


Börsendaten:
Mittwoch 23.11.2022 - 11:18 Uhr Schluss Vortag 22.11.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 88,87 $ pro Barrel 88,35 $ pro Barrel +0,59%
Gasöl 946,25 $ pro Tonne 941,00 $ pro Tonne +0,56%
Euro/Dollar 1,0306 $ 1,0304 $ +0,02% (konstant)
USD/CHF 0,9523 CHF 0,9514 CHF +0,09% (konstant)

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