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Ölpreise sinken dank ausbleibender Sanktionen

Die Heizölpreise sind im Vortagesvergleich in Deutschland, Österreich und der Schweiz um durchschnittlich 0,4 Cent pro Liter gesunken. Die ersten Sanktionen gegen Russland betreffen nicht den Öl- und Gassektor und führen damit zu sinkenden Heizölpreisen. In den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran gibt es nun zum einen von den Beteiligten die Aussage, dass die Verhandlungen voraussichtlich diese Woche beendet werden und zum anderen gibt es erstmals positive Aussagen seitens der USA.

Trotz der teilweisen Eskalation des Ukraine-Konflikts, durch Anerkennung der separatistischen Gebiete durch Russland, gibt es heute dezent gute Nachrichten für den Heizölpreis. Zwar ist eine diplomatische Lösung durch ein Treffen zwischen dem russischen und US-amerikanischen Außenminister vorerst vom Tisch und auf der anderen Seite haben die USA explizit angekündigt vorerst weder den Öl- noch den Gassektor Russlands zu sanktionieren. Dies führte gleich zu Gewinnmitnahmen der Händler an den Öl-Börsen und damit sinkende Preise. Auf der anderen Seite stiegen die Gaspreise erneut und wirkten damit einem stärkeren Preisverfall bei den Ölprodukten entgegen. Russland und Europa sind in Bezug auf Gaslieferungen sehr aufeinander angewiesen. Europa deckt ca. 40% seines Bedarfs über Russland, was der russische Energieminister auch passend ansprach. Da Europa zukünftig noch mehr Gas zur Energieproduktion nutzen will, wird sich die Abhängigkeit nicht im Sinne Europas entwickeln. Auf der anderen Seite hat auch Russland nur wenig alternative Abnehmer, da die europäischen Pipelines mit keinen anderen Märkten wie Asien verbunden sind.

Hoffnungen gibt es weiterhin dank Neuigkeiten zu den Atomabkommensgesprächen zwischen den USA und dem Iran. Mehrere Unterhändler der vermittelnden Nationen, wie Großbritannien und Russland, sehen das Ende der Verhandlungen für diese Woche vorher. Knackpunkt scheinen weiterhin die vom Iran von den USA geforderten Garantien zu sein, dass Abkommen nicht wieder einseitig aufzukündigen. Positiv ist allerdings, dass sich auch die USA positiv zum Fortschritt der Gespräche geäußert haben, wenn gleich auch gleichzeitig gemahnt wurde, dass noch nichts unterschrieben wurde. Eine Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 könnte kurzfristig für signifikante Mengen zusätzlichen iranischen Öls auf dem Weltmarkt sorgen. Auf der anderen Seite hat die OPEC+ bereits angekündigt die ggf. freiwerdenden Mengen in die eigene Produktionsstrategie mit einzubeziehen. Ob dies eine Ausrede ist, um die eigenen Schwächen bei der Erfüllung der eigenen Förderziele zu kaschieren, ob ggf. sogar die Produktion gedrosselt wird um beispielsweise das aktuelle Niveau zu halten oder ob völlig andere Maßnahmen von der OPEC+ getroffen werden, ist dabei offen.

Nach der Ankündigung der ersten Sanktionen gegen Russlands Einmarsch in die separatistischen Gebiete der Ukraine, entspannt sich der Ölpreis in der D-A-CH-Region. Während die internationalen Sanktionen den Ölsektor Russlands bisher ausklammern, ist auch Deutschlands Sanktion der Zulassung der Nord Stream 2 Pipeline zu vernachlässigen. Da bisher noch keine Gaslieferungen über die Pipeline erfolgen, verringert sich die Menge erhaltenen Gases in Europa nicht und damit steigen auch die Gaspreise bezogen auf diese Sanktion nicht weiter. Generell bedeuten steigende Gaspreise steigende Ölpreise, da viele Betriebe kurzfristig auf Öl als günstigere Alternative umsteigen können. In Deutschland sind die Heizölpreise pro Liter im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,85 Cent gefallen. In Österreich sparen Heizölinteressenten bisher nur 0,05 Cent pro Liter. 

Die Nachfrage gestern war ca. 20% höher als am Montag und ungefähr fünf Mal so hoch wie im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche. Die Preise werden die Woche über sehr wahrscheinlich noch einige Sprünge nach oben und unten durchführen, bis klar ist wie sich der Ukraine-Konflikt und die Atomabkommensverhandlungen entwickeln. Erst wenn ein oder beide Themen ein klares Ergebnis zeigen, wird sich ein neuer Mittel- oder Langzeittrend beim Heizölpreis abzeichnen. Tendenziell werden die Preise beim aktuellen Status quo weiter steigen, da der Markt weiterhin stark mit Rohöl unterversorgt ist, die Gaspreise weiterhin hoch sind und die globalen Konflikte die Preise auch ohne die Themen zum Iran und Russland hochhalten. 


Börsendaten:
Mittwoch 23.02.2022 - 10:40 Uhr Schluss Vortag 22.02.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 96,18 $ pro Barrel 96,63 $ pro Barrel -0,47%
Gasöl 826,50 $ pro Tonne 830,50 $ pro Tonne -0,48%
Euro/Dollar 1,1339 $ 1,1327 $ +0,11% (konstant)
USD/CHF 0,9213 CHF 0,9213 CHF 0,00% (konstant)



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