In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Durchschnitt der drei Länder nicht gesunken, allerdings gibt es in den einzelnen Ländern jeweils ein deutliches Auf oder Ab. Im Ukraine-Konflikt versuchen die USA und Russland ein Gipfeltreffen zwecks einer friedlichen Lösung vorzubereiten. An den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran teilnehmenden Diplomaten sehen die kommende Verhandlungsrunde als die Letzte mit offenem Ausgang.
Aufwärtsdruck für die Ölpreise wird auch weiterhin durch die Spannungen im Ukraine-Konflikt verursacht. Nachdem Russland entgegen den eigenen Ankündigungen scheinbar die Truppenübungen in Belarus nicht beendet hat, stiegen die Ölpreise erneut. Auf der anderen Seite gibt es weiterhin Hoffnung für eine friedliche Einigung. Frankreich versucht aktuell ein Gipfeltreffen zwischen Russland und den USA zum Thema Sicherheit und Stabilität in Europa zu organisieren. Beide Parteien sind grundsätzlich dazu bereit, wobei die USA ihre Teilnahme daran knüpft, dass es keine Invasion der Ukraine durch Russland gibt. Die Außenminister der beiden Staaten wollen sich am 24.02.2022 treffen, um die ersten Vorbereitungen auf den möglichen Gipfel vorzubereiten. Schlechte Neuigkeiten gibt es insofern, dass Russland begonnen hat seine Staatsbürger aus dem Osten der Ukraine zu evakuieren. Eine solche Entwicklung zusammen mit der weiterhin nicht reduzierten Truppenstärke an der Grenze wirkt alles andere als deeskalierend. Im Kriegsfalle würde es sehr wahrscheinlich Sanktionen unter anderem gegen die Energieexporte, zu denen auch Öl- und Gasexporte zählen, Russlands geben. Eine weitere Verknappung der Angebotssituation kann der globale Markt nicht gut verkraften.
Gemixte Nachrichten gibt es dagegen zu den Atomabkommensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Nachdem die Verhandlungsrunde am Wochenende keine Ergebnisse produziert hat, gehen viele der teilnehmenden Diplomaten davon aus, dass es sich bei der kommenden Runde in Wien um die letzte Runde der Verhandlungen handelt. Ob an deren Ende ein erfolgreiches Abkommen steht, bleibt allerdings fraglich. Der Iran hat seine Forderungen nach Garantien, dass die USA das Abkommen nicht wieder einseitig aufkündigen und die sofortige Beendigung aller Sanktionen gefordert. Bisher wurde zumindest die Forderung nach Garantien von den USA abgelehnt. Für einen positiven Ausgang spricht allerdings, dass sich die OPEC+ bereits darauf vorbereiten, was im Falle wegfallender Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte passiert. Nichtsdestotrotz gibt es von der Seite des wichtigsten Teilnehmers an den Verhandlungen, den USA, noch keine positiven Nachrichten.
In der D-A-CH-Region sind die Heizölpreise im Vergleich zum Vortag im Durchschnitt gleichgeblieben. Verteilt auf die einzelnen Länder gibt es allerdings durchaus ein deutliches Auf und Ab. In Deutschland zahlen Heizölinteressenten aktuell im Schnitt 0,55 Cent mehr pro Liter Heizöl. In Österreich dagegen gibt es eine kleine Kostenreduktion um durchschnittlich 0,1 Cent pro Liter. In der Schweiz können sich Käufer sogar über gesunkene Preise von im Schnitt 0,35 Rappen pro Liter Heizöl freuen.
Die Nachfrage war dank der etwas gesunkenen Preise, der weiterhin kritischen Lage im Ukraine-Konflikt und dem unsicheren Ausgang zu den Atomabkommensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran, erneut deutlich höher als am Wochenende davor. Sie ist um ca. 25% gestiegen und der Sonntag übertraf sogar alle Wochentage außer Montag der vergangenen Woche. Wer auf sinkende Preise setzen will, für den könnte sich ein Abwarten der Verhandlungsrunde zum Atomabkommen in Wien und den Entwicklungen zum potentiellen Gipfeltreffen zum Ukraine-Konflikt lohnen. Positive Ausgänge wurden jeweils den Heizölpreis deutlich senken. Auf der anderen Seite ist eine gütliche Einigung in beiden Fällen nicht sicher, so dass ein Abwarten Heizölinteressenten durchaus in eine explodierende Kostenspirale führen könnte.
Börsendaten:
| Montag 21.02.2022 - 10:12 Uhr | Schluss Vortag 20.02.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 93,70 $ pro Barrel | 93,61 $ pro Barrel | +0,10% |
| Gasöl | 812,00 $ pro Tonne | 813,50 $ pro Tonne | -0,18% |
| Euro/Dollar | 1,1362 $ | 1,1320 $ | +0,37% (etwas fester) |
| USD/CHF | 0,9193 CHF | 0,9205 CHF | -0,13% (konstant) |
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