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Ölpreis steigt im Angesicht der Versorgungsunsicherheit

Der Heizölpreis ist im Vortagesvergleich in Deutschland, Österreich und der Schweiz um durchschnittlich 7,9 Cent gestiegen. Im Zuge des Ukraine-Krieges wurden neue Sanktionen gegen Russland verhangen die zwar erneut nur indirekt den Energiesektor Russlands betreffen und dennoch preissteigernd wirken. Die OPEC+ haben sich wie erwartet für eine Beibehaltung der aktuellen Förderstrategie entschieden.

Der Ölpreis steigt aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine weiterhin. Die Händler vermeiden den Kauf russischen Öls und Gas um im Falle von direkten Sanktionen gegen den russischen Energiesektor nicht am Ende ohne Geld und Ware dazustehen. Die USA haben weitere Sanktionen gegen Russland verhängt, welche ebenfalls den Energiesektor nur indirekt betreffen. In einem Statement gaben die USA an, dass die Sanktionen die eigenen Bürger und die der Verbündeten nicht stärker treffen sollen als Russland selbst. Auf der anderen Seite ist das Ziel der USA, seiner Verbündeten und Partner ist, laut den USA, den Status Russlands als signifikanter globaler Energielieferant zu schwächen. Die USA folgten ebenfalls der EU und verhängten Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus. Auch Wirtschaftsentitäten ziehen Konsequenzen aus Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. So kündigte der aus den USA stammende Ölriese ExxonMobil an sich ebenfalls aus seinem Russlandgeschäft zurückziehen zu wollen. Im Vergleich zu seinen europäischen Pendants wie BP, ist der Schaden für ExxonMobil deutlich geringer, allerdings leidet die russische Wirtschaft und die russischen Förderkapazitäten.

Der Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) wirkt allein betrachtet ebenfalls preistreibend. Setzt man den Bericht allerdings ins Verhältnis zum Bericht des US American Petroleum Institute, wirkte er sogar beruhigend für den Ölmarkt. Hintergrund sind die deutlich geringeren Abbauten, als das API sie prognostiziert hat. Beispielsweise ging der Markt bei den Rohölbeständen von einem Aufbau von 2,2 Mio. Barrel aus. Der Bericht prognostizierte Abbauten in Höhe von 6,1 Mio. Barrel und tatsächlich kam es zu Abbauten von nur 2,6 Mio. Barrel. Dies weicht ebenfalls signifikant von den Erwartungen des Marktes ab, Aufgrund des höheren Schreckens durch den Bericht des API wirkt der DOE-Bericht allerdings tendenziell beruhigend.

Wenig überraschend war das Resultat der gestrigen OPEC+ Sitzung. Hier beschloss das Förderbündnis erneut seine Strategie der Produktionssteigerung um 400.000 B/T auch für April diesen beizubehalten. Dies wirkte sich preissteigernd aus, da der Markt zum einen von dieser Entwicklung ausging und andererseits die OPEC+ laut unabhängigen Analysten bereits jetzt ein Defizit zur eigenen Förderquote von rund 900.000 bis 1,3 Mio. B/T aufweisen.

Mit der Angst der Händler russische Energieprodukte zu kaufen, steigen die Preise für unter anderem Heizöl unaufhörlich weiter an. Die schon zuvor knappe globale Angebotssituation wird damit sehr stark angeheizt. In der D-A-CH-Region gab es auch heute im Vergleich zum Vortag deutliche Preisaufschläge. Im Schnitt zahlen Heizölkunden in Deutschland 8,75 Cent mehr pro Liter Heizöl, während es in Österreich und der Schweiz einen durchschnittlichen Aufpreis von 7,5 Cent gibt.

Die Nachfrage flachte gestern im Vergleich zum Vortag mit rund 30% deutlich ab. Der massive Preisanstieg der letzten Tage sorgt dafür, dass die Heizölinteressenten zwar Öl benötigen, sich den Kauf allerdings genau überlegen und hoffen, dass das Wetter mild bleibt. Historisch gesehen blicken wir allerdings noch auf potentielle sechs Wochen kalter Jahreszeit in der geheizt werden muss und auch kalt duschen wird nach einigen Tagen ungemütlich. Interessant aber aktuell wenig Erholung versprechend sind zum einen weiterhin die Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie die heutige zweite Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland.


Börsendaten:
Donnerstag 03.03.2022 - 11:12 Uhr Schluss Vortag 02.03.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 115,12 $ pro Barrel 114,65 $ pro Barrel +0,41%
Gasöl 1.098,75 $ pro Tonne 1.093,25 $ pro Tonne +0,50%
Euro/Dollar 1,1082 $ 1,1120 $ -0,34% (etwas schwächer)
USD/CHF 0,9197 CHF 0,9201 CHF -0,04% (konstant)



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