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Hohe Heizölpreise politisch verursacht?

EU versucht OPEC zu Erhöhung der Fördermengen zu bewegen. Der Generalsekretär der OPEC spricht gibt an, dass die aktuelle Angebotssituation nicht auf eine physische Knappheit, sondern auf politische Entscheidungen zurückzuführen ist. Nigeria und Angola finden keine Abnehmer für ich Öl. Die Schweizer Großbank UBS erhöht ihre Preisprognosen für Rohöl um 10 Dollar für das vierte Quartal 2022 und das erste Quartal 2023.

Die Rohölpreise haben sich zum Schluss des Vortages deutlich im preissteigernden Sinne erholt. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 97,09 Dollar, einem Plus von 2,04 Prozent gehandelt. Die Nordseerohölsorte Brent wiederum konnte die psychologisch wichtige 100 Dollar Marke überwinden und wird aktuell mit 101,28 Dollar pro Fass, einem Plus von 1,94 Prozent, gehandelt. Der Euro gab leider im Verhältnis zum Dollar nach und wird aktuell mit 1,0864 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,19 Prozent.

Das Thema EU-Sanktionen gegen russisches Öl und Gas ist weiterhin nicht vom Tisch. Während kleine Länder mit geringer Abhängigkeit von russischen Rohstoffen auf ein solches Embargo drängen, blockt vor allem der Wirtschaftsmotor des Blocks Deutschland gegen solche Maßnahmen. Im Zuge dessen hat die EU versucht die OPEC dazu zubringen ihre Förderkapazitäten anzuheben, um den möglichen Wegfall russischen Öls zu kompensieren. Mohammad Barkindo, Generalsekretär der OPEC sieht es wiederum als extrem unrealistisch an rund sieben Millionen Barrel russischer flüssiger Energieexporte zu kompensieren. Seiner Auffassung nach liegen die hohen aktuellen Energiepreise nicht an einem zu geringen physischen Angebot, sondern an politischen Eingriffen in den Markt.

Für die Aussage von Mohammad Barkindo spricht, dass aktuell z. B. die OPEC Mitglieder Angola und Nigeria keine Abnehmer für ihr gefördertes Öl finden. Die Hauptabnehmer beider Länder sind einerseits China und anderseits Indien. Während China aufgrund der massiven Lockdowns wesentlich weniger Öl benötigt als gewöhnlich, so deckt sich Indien sehr günstig mit russischem Öl ein, dass sonst nur noch wenige Abnehmer findet. Anzunehmen wäre nun, dass europäische Abnehmer die freigewordenen Mengen kaufen würden, doch diese halten sich zurück. Aktuell werden die Ölsorten beider Länder in Europa als überpreist angesehen und es besteht noch kein physischer Mangel an Öl. Laut der Analystin Livia Gallarati von Energy Aspects könnte sich dies im kommenden Sommer stark ändern. Hier wird einerseits eine höhere Raffinerieauslastung in Europa erwartet und anderseits es doch noch zu einem Embargo russischen Öl kommen sollte.

In der D-A-CH-Region sind die Preise im Vortagesvergleich in der Regel deutlich gestiegen. Einzig in Österreich gibt es einen kleinen Nachlass von 0,2 Cent pro Liter Heizöl. In der Schweiz zahlen Interessenten dagegen einen Aufpreis von 1,4 Rappen pro Liter und in Deutschland müssen Heizölnutzer 4 Cent mehr pro Liter bezahlen.

Im Angesicht der erneut steigenden Preise stieg die Nachfrage nach Heizöl gestern noch stark an und lag ungefähr 40 Prozent über der gesamten Nachfrage des Wochenendes. Im Vergleich zum Montag der Vorwoche lag der Bedarf allerdings nur bei einem Drittel des Vergleichszeitraumes. Kurzfristig sollte der Preis tendenziell weiter nachlassen, während mittelfristig die Aussicht auf steigende Preise besteht. So sieht dies auch die Schweizer Großbank UBS. Diese hat das ihre Preiserwartungen für Öl für das laufende Quartal 2022 aufgrund der Freigaben von Teilen der strategischen Reserven mehrerer Länder um 10 Dollar gesenkt, im gleichen Zug allerdings für Quartal vier diesen und Quartal eins 2023 die prognostizierten Preise erhöht. Die Erhöhung kommt hier hauptsächlich aufgrund dessen zustande, dass die freigegebenen Mengen auch wieder aufgefüllt werden müssen und so den Markt zusätzlich belasten. 


Börsendaten:
Dienstag 12.04.2022 - 10:53 Uhr Schluss Vortag 11.04.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 101,24 $ pro Barrel 99,35 $ pro Barrel +1,90%
Gasöl 1.081,00 $ pro Tonne 1.064,50 $ pro Tonne +1,55%
Euro/Dollar 1,0855 $ 1,0882 $ -0,25% (etwas schwächer)
USD/CHF 0,9334 CHF 0,9306 CHF +0,30% (etwas fester)


4-Wochen-Prognose
Rohöl leicht fallend
Heizöl leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr
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