Die Heizölpreise in Deutschland sind im Vortagesvergleich leicht gestiegen und starten in der Schweiz und Österreich auf dem Vortagesniveau in den Handel. Der Dieselverbrauch in den USA und China sinkt, während er in Europa steigt. In Großbritannien bahnen sich weitere Streiks an den Ölförderanlagen in der Nordsee an.
Während der Euro und die Rohölsorten WTI und Brent nahezu auf den Vormittagswerten vom Freitag in den Handel starten, musste ICE Gasoil kleine Verluste hinnehmen. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 82,54 Dollar, einem Plus von 0,01 Cent, gehandelt. Die Nordseesorte Brent wird derzeit mit 86,30 Dollar pro Fass bewertet, einem Minus von 0,09 Dollar. Der Euro konnte sich nicht oberhalb der 1,10 Dollar Marke halten und ist auf der vierten Nachkommastelle unter diese Marke gerutscht und wird wieder mit 1,09 Dollar gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt liegt im Moment bei 766,25 Dollar, einem Minus von 8,25 Dollar zum Vormittagswert vom Freitag. Theoretisch besteht damit aktuell leichtes Abwärtspotential bei den heutigen Heizölpreisen.
Während Rohöl aufgrund der künstlichen Angebotsverknappung in den letzten Wochen deutlich an Wert gewonnen hat, schwächelt die globale Dieselnachfrage. In der Wirtschaft wird dies als Indiz für eine mögliche konjunkturelle Abschwächung gesehen. In China entfallen ca. 60 Prozent und in den USA rund 70 Prozent des jeweiligen Dieselverbrauchs auf den LKW-Verkehr. In China sank die Zahl der auf den Autobahnen fahrenden LKW nach Angaben des dortigen Verkehrsministeriums im Vergleich des Zeitraumes von der dreizehnten Kalenderwoche dieses Jahres auf die vierzehnte Kalenderwoche um acht Prozent. In den USA wiederum gibt das Analyseunternehmen FreightWaves an, dass sich das über LKW abgewickelte Volumen im März 2023 auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren befand. Experten gehen davon aus, dass die US-amerikanische Dieselnachfrage dieses Jahr um zwei Prozent sinkt. In Europa werden wir von dieser Entwicklung voraussichtlich nicht profitieren. Analysten gehen davon aus, dass die europäische Dieselnachfrage im Zeitraum März bis Juli 2023 um ca. neun Prozent steigen wird. Als Gründe werden zum einen der kommende Reiseverkehr und zum anderen die Auffüllung der strategischen Dieselreserven Frankreichs angeführt.
In Großbritannien bahnen sich weitere Streiks an den dortigen Ölförderplattformen in der Nordsee an. Hier kämpfen Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen der Plattform-Arbeiter sowie Mitarbeiter verschiedener Wartungsfirmen. Betroffen wären ein Großteil der in der Nordseeaktiven Förderunternehmen bspw. BP, Shell und Total. Der erste Streik vor einigen Wochen erstreckte sich nur über 48 Stunden und hatte keine spürbaren Nachwirkungen. Allerdings sollen die Streiks, bei Misserfolg der jeweiligen Verhandlungen, ggf. ausgeweitet werden. Laut dem deutschen Analyseunternehmen Statista importierte die Bundesrepublik 2022 rund 164.000 Barrel Rohöl aus Großbritannien, etwas weniger als ein Drittel der 2022 importierten Mengen aus Russland.
Die Heizölpreise in der D-A-CH-Region starten auf dem Vortagesniveau in den Handel. Einzig in Deutschland stiegen die Preise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,3 Cent pro Liter Heizöl. Die Anzahl der Bestellungen liegt am vergangenen Wochenende ungefähr auf dem Niveau der Bestellungen am Wochenende vor Ostern.
| Montag 17.04.2023 - 12:40 Uhr | Schluss Vortag 16.04.2023 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 85,93 $ pro Barrel | 86,63 $ pro Barrel | -0,81% |
| Gasöl | 766,50 $ pro Tonne | 770,50 $ pro Tonne | -0,52% |
| Euro/Dollar | 1,0983 $ | 1,0993 $ | -0,09% (konstant) |
| USD/CHF | 0,8938 CHF | 0,8938 CHF | 0,00% (konstant) |
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