Neue Corona-Maßnahmen in China geben auch am Dienstag die Preisrichtung vor. Die Ölpreise knüpfen an den schwachen Wochenauftakt an und geben deutlich nach. Dagegen zieht der Gasölpreis kräftig an, was sich auch bei den Heizölpreisen widerspiegelt. Verbraucher im Inland müssen sich heute auf eine erneute Teuerung für Heizöl einstellen.
Die Ölpreise fielen im frühen Dienstagshandel als Folge der neuen Corona-Einschränkungen in China, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und dem weltweit größten Rohölimporteur, und Sorgen über eine schwächere Kraftstoffnachfrage. In der vergangenen Woche wurden in den beiden großen Millionenmetropolen Xi’an und Shanghai neue Corona-Fälle registriert, auf die gemäß der Null-Covid-Politik des Landes strenge Maßnahmen folgten. Schon bei einzelnen Infektionen werden komplette Areale hermetisch abgeriegelt, was die chinesische Konjunktur stark belastet. Zudem konnte der US-Dollar am Montag gegenüber anderen wichtigen Währungen weiter zulegen. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, ist der Kauf für Investoren außerhalb des Dollarraums entsprechend teurer, was sich wiederum auf die Nachfrage auswirkt. Befürchtungen über die angespannte Versorgungslage rücken vorerst in den Hintergrund. Für diese Woche steht für US-Präsident Joe Biden ein Treffen mit den wichtigsten Golfführern in Saudi-Arabien auf dem Terminplan. Biden wird sich für eine Mehrproduktion der OPEC aussprechen, um die knappe Angebotssituation zu entschärfen. Da die meisten Produzenten der Organisation schon mit maximalen Kapazitäten fördern, ist die Hoffnung auf eine nennenswerte Steigerung der Ölmengen eher begrenzt. Am Dienstagmorgen fielen die Brent-Rohöl-Futures auf 105,29 US-Dollar pro Barrel. Ein Fass der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostete 102,19 US-Dollar.
Die Heizölpreise werden im Tagesverlauf ansteigen und ihren Aufwärtspfad weiter folgen. Das ist vor allem im kräftigen Preisanstieg für Gasöl begründet. Gasöl ist ein Mitteldestillat, das für die Herstellung von Diesel und Heizöl EL benötigt wird. Dazu kommt, dass auch der EUR/USD-Kurs nachgegeben hat, was zu höheren Preisen führt. Verbraucher in der DACH-Region müssen sich heute auf eine Teuerung von 5 -6 Cent pro Liter einstellen. Damit klettert der bundesdeutsche Heizölpreis-Durchschnitt für die Referenzmenge von 3.000 Litern auf knapp 1,49 Euro pro Liter. In Österreich erreicht der durchschnittliche Heizölpreis knapp 1,61 Euro pro Liter. In der Schweiz bezahlen Ölheizer knapp 1,57 Schweizer Franken für einen Liter Heizöl.
| Dienstag 12.07.2022 - 10:46 Uhr | Schluss Vortag 11.07.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 105,07 $ pro Barrel | 106,41 $ pro Barrel | -1,26% |
| Gasöl | 1.205,00 $ pro Tonne | 1.199,50 $ pro Tonne | +0,46% |
| Euro/Dollar | 1,0011 $ | 1,0037 $ | -0,26% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,9843 CHF | 0,9823 CHF | +0,20% (etwas fester) |
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