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Heizölpreise gehen auf Jahreshoch ins Wochenende

Die Sturmschäden von Ida sind beherrschendes Thema an den Ölbörsen. Die weiterhin knappe Versorgungslage hebt WTI an die 70 US-Dollar-Marke, während Brent sich im frühen Freitagshandel kaum bewegt. Uneinheitlich zeigen sich die Heizölpreise in der DACH-Region. 

Die gestrige Verschnaufpause der Rohöl-Notierungen nach der OPEC+-Entscheidung, die Fördermengen im September und Oktober um 400.000 Barrel pro Tag erhöhen zu wollen, hielt nicht lang an. Zum einen erwarteten Marktteilnehmer bereits, dass die Sitzung der Organisation mit diesem Entschluss ausgehen würde, zum anderen ist die Mehrmenge an Öl hinsichtlich der erwarteten starken Nachfrage im vierten Quartal nicht ausreichend, um ein Marktgleichgewicht zu erreichen. Die Notierungen ließen die OPEC+ schnell hinter sich und testeten die ersten Widerstände, die sie am Nachmittag auch knacken konnten. Die amerikanische Ölsorte WTI markierte zeitweise sogar die 70 US-Dollar-Marke, da die Aufräumarbeiten nach Hurrikan Ida deutlich schleppender voranschreiten als gewünscht. Das liegt vor allem an der Kraftstoff- und Stromknappheit in den betroffenen Gebieten. Etwa 880.000 Haushalten und Unternehmen fehlt es noch an Strom und mehr als ein Drittel der Tankstellen sind weiterhin ohne Kraftstoff. Mitarbeiter können nicht zu Offshore-Plattformen geflogen werden, weil Flugbenzin knapp ist oder Hubschrauberlandeplätze von Ida zerstört wurden. Erst ein Viertel der Plattformen konnte mehr oder weniger in Betrieb genommen werden, sodass noch immer 90 Prozent der Produktion offline ist. Washington genehmigte dem Mineralölkonzern Exxon Mobil derweil, zusätzliche 1,5 Millionen Barrel Rohöl, um Benzin herzustellen. Vier große Raffinerien im US-Bundesstaat Louisiana bleiben weiterhin geschlossen.

Bereits im späten Handelsverlauf zeigten sich auch die Heizölpreise im Inland deutlich fester und knüpfen am Freitagmorgen an die gestrige Aufwärtsbewegung an. Diese gehen je nach Region mit Aufschlägen zwischen 0,6 und 0,9 Cent pro Liter Heizöl in das Wochenende. Der gestärkte Euro drosselt allerdings weiteres Aufwärtspotenzial in Deutschland und Österreich. Da Öl in US-Dollar gehandelt wird und nach Europa importiert werden muss, ist der Wechselkurs des Währungspaares EUR/US-Dollar bzw. CHF/US-Dollar eine wichtige Stellschraube für den Ölpreis. Steigt der Euro bzw. Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar, so sinkt auch der Importpreis. Ein Trosttropfen auf dem heißen Stein, denn das Preishoch von Mitte Juli 2021 ist nun deutlich geknackt. Mit durchschnittlich 75 Cent pro Liter ist auch in Österreich heute der teuerste Tag im laufenden Jahr und so teuer wie zuletzt im Februar 2020. Entsprechend geringer fällt auch die Nachfrage nach dem flüssigen Brennstoff aus. Etwas entspannter verhält es sich heute in der Schweiz, nachdem gestern bereits der Preisgipfel erreicht war. Denn hier geht es mit den Heizölpreisen ordentlich nach unten. Bei einem gemitteltem Literpreis von 86,5 Rappen (ca. 80 Cent), sparen Ölheizer bei ihrer heutigen Bestellung rund einen Rappen pro Liter im Vergleich zu gestern. Die Nachfrage wird um das Wochenende herum deutlich zulegen.

Börsendaten:

Freitag 03.09.2021 - 11:16 Uhr Schluss Vortag 02.09.2021 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 73,29 $ pro Barrel 72,85 $ pro Barrel +0,60%
Gasöl 616,00 $ pro Tonne 612,50 $ pro Tonne +0,57%
Euro/Dollar 1,1872 $ 1,1875 $ -0,03% (konstant)
USD/CHF 0,9142 CHF 0,9140 CHF +0,02% (konstant)
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