Im Vortagesvergleich sind die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz gestiegen. Nach einer Telefonkonferenz zwischen dem Präsidenten der USA und dem König von Saudi-Arabien gab es leider keine positiven Nachrichten für den Ölmarkt. Die Daten des US-amerikanischen DOE lassen die Ölpreise erneut erstarken.
Gestern gab es eine Telefonkonferenz zwischen dem Präsidenten der USA und dem saudi-arabischen König. Unter anderem ging es in dem Telefonat um die Aufrechterhaltung der Stabilität des weltweiten Energiemarktes. Während die USA erneut auf eine höhere Produktion seitens der OPEC+ drängte, konnte der saudische König aufgrund der grad erst beschlossenen Quoten des Bündnisses nur mit der bekannten Rhetorik antworten. Auch wenn der Markt davon ausgeht, dass Saudi-Arabien deutlich mehr Öl fördern könne, kann und will das Land das OPEC+-Bündnis nicht destabilisieren und zum Beispiel dem wichtigsten nicht OPEC-Partner Russland einen Grund für einen erneuten Preiskampf liefern. Bisher hatten Russland und Saudi-Arabien immer die gleichen Quoten, allerdings hatte Russland zuletzt Schwierigkeiten diese voll auszuschöpfen.
Preissteigernd wirkte sich der gestern Nachmittag veröffentlichte Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) aus. Dieser bestätigte den Bericht des US American Petroleum Institute (API) von Dienstag. In einigen Bereichen wie der Bericht sogar deutlich stärkere Abbauten auf, während er in anderen Bereichen ein weicheres Bild zeichnete. Insgesamt ist der Bericht allerdings noch etwas preistreibender als der vom API. Während der Markt bei den Rohölbeständen von Aufbauten von 0,5 Mio. Barrel ausging und der Bericht des API einen Abbau von 2 Mio. Barrel prognostizierte, weist der Bericht des DOE Abbauten in Höhe von 4,8 Mio. Barrel Rohöl auf. Gleichzeitig vielen die Abbauten im Zentrallager in Cushingen mit 2,8 Mio. Barrel noch höher aus als vom API prognostiziert. Aktuell lagern in Cushingen 27,7 Mio. Barrel Rohöl. Es wird davon ausgegangen, dass der operative Betrieb des Zentrallagers unterhalb der Grenze von 30 Mio. Barrel nicht mehr gewährleistet werden kann. Einziger Lichtblick des Berichts waren die mit 0,9 Mio. Barrel, im Vergleich zum API-Bericht und den Erwartungen des Marktes, geringen Abbauten bei den Destillaten, zu denen auch Heizöl gehört. Dem gegenüber stehen mit 1,6 Mio. Barrel die deutlich höheren Abbauten bei Benzin. Trotz der weiterhin steigenden Corona-Zahlen in den USA, erholt sich die dortige Wirtschaft gut und das globale Angebotsdefizit erweitert sich weiterhin.
In der D-A-CH-Region starten wir wieder mit steigenden Preisen im Vortagesvergleich in den Donnerstagvormittag. In Deutschland sind die Heizölpreise pro Liter um durchschnittlich 0,55 Cent gestiegen. In Österreich dagegen können sich Heizölinteressenten noch im Schnitt zu den Vortagespreisen eindecken. In der Schweiz müssen Heizölkäufer aktuell im Schnitt 0,15 Rappen mehr pro Liter Heizöl bezahlen.
Die Nachfrage nach Heizöl war am gestern ca. 10% höher als am Dienstag und befand sich damit wieder auf dem Niveau des Montags. Die Heizölinteressenten in der D-A-CH-Regionen haben dankbar die kleine Atempause bei dem ungebrochenen Aufwärtstrend der Heizölpreise genutzt. Hoffnungsschimmer für sinkende Heizölpreise könnten die Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran sein. Zwar gab es seit den überraschend Zugeständnissen, in Form von einigen aufgehobenen Sanktionen gegen den Iran, der USA keine positiven Neuigkeiten mehr, allerdings gehen einige Analysten von einer 40 prozentigen Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen und global positiven Einigung aus. Dem gegenüber stehen weiterhin die global sinkenden Ölbestände, die knappe Angebotssituation und die schwellenden Konflikte zum Beispiel in der Ukraine. -fr-
Börsendaten:
| Donnerstag 10.02.2022 - 10:20 Uhr | Schluss Vortag 09.02.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 91,95 $ pro Barrel | 91,80 $ pro Barrel | +0,16% |
| Gasöl | 845,00 $ pro Tonne | 832,50 $ pro Tonne | +1,50% |
| Euro/Dollar | 1,1438 $ | 1,1420 $ | +0,16% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9232 CHF | 0,9241 CHF | -0,10% (konstant) |
alle Angaben ohne Gewähr
@interaid GmbH