Die Heizölpreise pro Liter sind im Vortagesvergleich in Deutschland, Österreich und der Schweiz um durchschnittlich 0,9 Cent gestiegen. Die USA erwarten eine baldige Eskalation des Ukraine-Konflikts, sollte Russland tatsächlich einen Einmarsch planen. Die OPEC+ liegen laut Experten Meinungen 900.000 B/T bis 1,2 Mio. B/T hinter den selbstgesetzten Förderzielen zurück.
Über das Wochenende gab es Gespräche zwischen den Präsidenten der USA und Russlands sowie Vertretern Russlands und der Nato. Leider nicht nur nicht von Erfolg gekrönt, sondern erneut mit scharfer Rhetorik seitens der USA. Diese sehen, sollte Russland die Ukraine tatsächlich attackieren wollen, den Angriff unmittelbar bevorstehend. Als Grundlage dieser Behauptung werden die Truppenbewegungen Russlands an der ukrainischen Grenze genommen. Russland streitet wiederum ab einen Angriff auf die Ukraine zu planen. Die scharfe Rhetorik zwischen den Parteien sorgte allerdings für neue Risikoaufschläge auf Ölprodukte und somit steigende Rohöl- und Heizölpreise.
Ein weiter Ölpreistreiber ist, dass die OPEC+ ihre Produktion nicht im ausreichenden Maße steigern kann. Laut Bericht der Internationalen Energieagentur vom vergangenen Freitag geht man von einem Defizit von aktuell 900.000 B/T zwischen tatsächlicher Förderung und maximalen Förderquoten aus. Die Investmentbank JPMorgan will sogar eine Abweichung von 1,2 Mio. B/T ermittelt haben. Klar ist, dass die OPEC+ ihre Fähigkeit, die Produktion teilweise stillzulegen und wieder heraufzufahren, überschätzt hat. In Kombination mit dem Ukraine-Konflikt, welcher durch potentielle Sanktionen gegen russische Ölexporte einschränken könnte, bildet dies ein brisantes Gemisch.
Die Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran, welche letzte Woche aufgrund positiver Aussagen der USA und der europäischen Unterhändler noch einen preissenkenden Einfluss hatte, bekommen zum Wochenstart eine neutrale Note. Die iranischen Unterhändler bezeichnen die Verhandlungen aktuell als „schwieriger“. Von dem Optimismus der Gegenseite ist nichts zu spüren. Der Iran exportiert aktuell rund 1 Mio. B/T Rohöl. Analysten sehen es als möglich an, dass im Falle einer Einigung, diesen Wert innerhalb von ca. sechs Monaten auf das Niveau vor den Sanktionen mit 2,5 Mio. B/T anzuheben. Aufgrund der Fortschritte des Irans bei seiner Nuklearforschung, läuft den Verhandlungen laut US-Außenministerium die Zeit davon.
Die Nachfrage war am Samstag und Sonntag jeweils ca. drei Mal so hoch wie an den Wochenenden der vergangen vier Wochen. In allen drei Ländern liegen die Preise im Bereich der jeweiligen Höchstpreise der vergangenen drei Jahre. Die Angst vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Energiepreise nimmt zu und treibt die Heizölkäufer zum Kauf. Sollten sich die Spannungen zwischen Russland und der Nato abbauen, würde ein Abwarten mit dem Heizölkauf ratsam sein. Sollte der Konflikt allerdings eskalieren, wird der Heizölpreis auch außerhalb der Heizsaison ein sehr hohes Niveau, welches möglicherweise sogar über dem aktuellen liegt, beibehalten. Analysten erwarten, dass der Heizölpreis in nächster Zeit sehr stark auf positive und negative Neuigkeiten zu dem Ukraine-Konflikt und den Förderquoten der OPEC+ reagieren wird.
Börsendaten:
| Montag 14.02.2022 - 10:14 Uhr | Schluss Vortag 13.02.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 94,20 $ pro Barrel | 95,10 $ pro Barrel | -0,95% |
| Gasöl | 840,50 $ pro Tonne | 843,00 $ pro Tonne | -0,30% |
| Euro/Dollar | 1,1315 $ | 1,1342 $ | -0,24% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,9245 CHF | 0,9244 CHF | +0,01% (konstant) |
alle Angaben ohne Gewähr @ interaid GmbH |