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Heizölpreis – Unterbrechung des Abwärtstrends

In Deutschland, der Schweiz und Österreich entwickeln sich die Heizölpreise heute früh stark unterschiedlich. Während sie im Durchschnitt in Österreich um 0,2 Cent pro Liter Heizöl gesunken sind, stiegen sie in Deutschland um durchschnittlich einen Cent an. Der Streik von bis zu 60.000 Angestellten im schienengebundenen Güterverkehr in den USA konnte vorerst abgewendet werden. Der Lockdown in der chinesischen 21 Mio. Metropole Chengdu wird nach zwei Wochen größtenteils aufgehoben. Gut informierte Quellen berichten, dass die chinesischen Händler und Raffinerien zusätzliche Exportquoten für Diesel und Benzin in Höhe von ca. 15 Mio. Tonnen für dieses Jahr beantragt haben.

Im Vergleich zu gestern Vormittag starten die Rohölsorten WTI und Brent günstiger in den Tag, dennoch haben sie im Vergleich zum Schluss des Vortages wieder leichte Gewinne gemacht. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 85,50 Dollar pro Fass gehandelt, einem Plus von 0,45 Prozent. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 91,38 Dollar, einem Plus von 0,64 Prozent, gehandelt. Der Euro konnte im Vergleich zum Vormittag des gestrigen Tages an Wert zulegen, muss aktuell im Vergleich zum Vortagesschluss allerdings wieder Teile seiner Gewinne im Vergleich zum Dollar abgeben. Ein Euro wird aktuell mit 0,9985 Dollar, einem Minus von 0,12 Prozent, gehandelt. Positiverweise folgt der ICE Gasoil Terminkontrakt aktuell den Rohölpreisen und hat zum Handelsschluss gestern erneut stark an Wert verloren und wurde mit 923,25 Dollar, einem Minus von 6,88 Prozent, gehandelt. Damit ergibt sich theoretisches Abwärtspotential bei den heutigen Heizölpreisen, auch wenn wir erstmal aufgrund der gestrigen Preisanstiege im Schnitt höherpreisig in den Tag starten.

Kurzfristig negativ auf die Heizölpreise dürfte sich eine Verringerung der Ängste des Marktes vor einem Nachfrageeinbruch in den USA und China auswirken. Nachdem gestern ein Streik von bis zu 60.000 Mitarbeitern im schienengebundenen Güterverkehr in Aussicht stand, konnte dieser vorerst durch Verhandlungen zwischen den beteiligten Gewerkschaften und Eisenbahnunternehmen abgewendet werden. An den Verhandlungen hat sich mutmaßlich auch der US-amerikanische Präsident Joe Bidden zeitweise per Telefon beteiligt, was neben der Beteiligung von Arbeitsminister Marty Walsh zeigt, wie gravierend die US-amerikanische Wirtschaft von dem Streik betroffen worden wäre. Der nun noch durch die Gewerkschaften zu ratifizierende Kompromiss sieht bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für die den Gewerkschaften angehörenden Mitarbeiter vor. In China wiederum sorgt die Lockerung der Lockdownmaßnahmen in der 21 Millionen Einwohner Metropole Chengdu. Zwei Wochen nach Beginn der Maßnahmen scheint die Situation unter Kontrolle und die Neuinfektionen von rund 200 Fällen auf am Mittwoch 29 Fälle pro Tag gesunken zu sein. Der chinesische Staatspräsident Xi Jingping kann dies als Erfolg für die chinesische null Covid Politik verbuchen, wenn man die Dauer der starken Lockdownmaßnahmen mit dem rund zweimonatigen Lockdown in der 26 Millionen Einwohner Metropole Shanghai. In beiden Nationen herrscht weiterhin das Risiko einer Rezession, nichtsdestotrotz stützen Meldungen wie die obigen die Ölpreise.

Positive Nachrichten für die Heizölpreise gibt es allerdings auch aus China. Aus unbestätigten gut informierten Quellen heißt es, dass verschiedene Raffinerien und Händler beantragt haben ihre Exportquoten für vorwiegend Benzin und Diesel für dieses Jahr, um zusätzliche 15 Mio. Tonnen, zu erhöhen. Im Falle der Genehmigung durch die chinesische Regierung würde dies die Quoten für Exporte in diesem Jahr auf 39 Mio. Tonnen erhöhen und damit die Quoten vom letzten Jahr um 0,4 Mio. Tonnen übersteigen. Aufgrund der staatlichen Vorgaben war zuletzt das Ziel die landeseigenen Bestände aufzufüllen und Emissionen zu senken. Da laut offiziellen Quellen die chinesischen Raffinerien aktuell nur zu 75,3 Prozent ausgelastet sind, besteht starkes Potential für Exportsteigerungen von aktuell durchschnittlich 1,95 Mio. Tonnen Kraftstoff auf fünf Mio. Tonnen und mehr pro Monat. Als Effekt dürften die globalen Rohölpreise steigen, während zumindest zeitweise die Produktpreise sinken würden.

In der D-A-CH-Region geht die preisliche Entwicklung bei Heizölstark auseinander. In Deutschland müssen Interessenten aktuell im Schnitt einen Cent pro Liter mehr ausgeben. 

Das Bestellvolumen ließ gestern im Zuge der steigenden Preise nach und es wurden im Vortagesvergleich ca. 15 Prozent weniger Bestellungen getätigt. Heute früh zieht dies allerdings bereits wieder stark an. Im Vergleich zu dem Schnitt der vergangenen Jahre wird aktuell ca. fünf Mal so viel Heizöl bestellt, wie gewöhnlich und es wurde bereits doppelt so viel Heizöl in Litern bestellt wie gestern zur gleichen Zeit. Durchschnittlich sind die Heizöltanks in der D-A-CH-Region aktuell zu 53,69 Prozent befüllt. Die Anzahl der fast leeren Tanks, sprich Tanks die zu 30 Prozent oder weniger befüllt sind, ist in den letzten zwei Wochen um drei Prozent auf 22 Prozent gesunken, während die Anzahl der Tanks mit einem Füllstand von 40 bis 60 Prozent mit inzwischen 24 Prozent die größte Gruppe darstellen. In der Zeit der aktuellen Preise setz sich damit die Teilbefüllung der Heizöltanks durch. 


Börsendaten:
Freitag 16.09.2022 - 10:17 Uhr Schluss Vortag 15.09.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 90,28 $ pro Barrel 90,80 $ pro Barrel -0,57%
Gasöl 926,25 $ pro Tonne 942,50 $ pro Tonne -1,72%
Euro/Dollar 0,9961 $ 0,9996 $ -0,35% (etwas schwächer)
USD/CHF 0,9643 CHF 0,9613 CHF +0,31% (etwas fester)

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