Ein Erstarken der Corona-Pandemie druckt den weltweiten Heizölbedarf. Die USA haben für Ihre Bemühungen eine koordinierte Freigabe von Teilen der strategischen Reserven mit mehreren Ländern und nun unter anderem auch Indien kontakt aufgenommen. Trotz der reduzierten Reisebeschränkungen in die USA sank der weltweite Flugverkehr.
Preissenkend wirkt sich das Erstarken Coronas aus. Zum Beispiel in Großbritannien ist eine Unterart der sehr ansteckenden Delta-Variante aufgekommen, die bereits in 12 Prozent aller Test nachgewiesen wurde und als noch ansteckender gilt. Weltweit nehmen die Eindämmungsmaßnahmen wieder zu und belasten somit die Nachfrage nach Ölprodukten. Diese Entwicklung wiederum verkleinert das Angebotsdefizit und damit den Preis.
Auch der Flugverkehr leidet unter dem neuen Erstarken des Corona-Virus. Statt aufgrund der aufgehobenen Reisebeschränkungen in den USA zu wachsen, sank die Anzahl der kommerziellen Flüge im Vormonatsvergleich um rund sieben Prozent. Ein sinkender Flugverkehr bedeutet ebenfalls eine sinkende Nachfrage und wirtschaftliche Erholung und wirkt sich damit ebenfalls preissenkend aus.
Die USA ist weiterhin dabei eine koordinierte Freigabe von Teilen der strategischen Reserven mehrerer Länder mit starkem Ölverbrauch zu verhandeln. China hat bereits angedeutet zu einem unbestimmten Termin Teil der eigenen Reserven freizugeben, während Japan und Südkorea sich bisher zurückgehalten haben. Nun wurde bekannt, dass die USA auch mit Indien diesbezüglich ins Gespräch gegangen sind. Ziel scheint es zu sein mit möglichst vielen stark Ölabhängigen Nationen eine gleichzeitige Freigabe zu erwirken, um damit den Preis möglichst nachhaltig zu senken.
Trotz der internationalen Neuigkeiten, welche einen mittelfristigen Preisverfall für Roh- und damit Heizöl andeuten, stiegen die Preise im Vergleich zu gestern wieder leicht an. Hintergrund ist hier ein Fristwechsel für bestimmte Aktienkäufe für die US-amerikanische Rohölsorte WTI.
In Deutschland zahlen Heizölinteressenten im Vergleich zum Vortag im Schnitt 0,65 Cent mehr pro Liter Heizöl. In Österreich wiederum gibt es im Schnitt einen Nachlass von 0,05 Cent pro Liter und in der Schweiz hat sich der Heizölpreis im Vergleich zu gestern im Durchschnitt nicht geändert.
Ungeachtet des gestrigen Preisfalls blieb die Nachfrage nach Heizöl moderat. Ein schneller Erfolg z. B. der USA bei der Koordinierung einer Freigabe von Teilen der strategischen Reserve mehrerer Länder könnte kurzfristig einen Fall der Heizölpreise auslösen. Auf der anderen Seite steigt das Risiko, dass zum Beispiel die USA mit Ihrem vorhaben nicht erfolgreich sind und dies könnte die Heizölpreise kurzfristig wieder deutlich steigen lassen.
Börsendaten:
| Freitag 19.11.2021 - 09:23 Uhr | Schluss Vortag 18.11.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 82,06 $ pro Barrel | 81,01 $ pro Barrel | +1,30% |
| Gasöl | 696,75 $ pro Tonne | 690,25 $ pro Tonne | +0,94% |
| Euro/Dollar | 1,1343 $ | 1,1370 $ | -0,24% (etwas schwächer) |
| USD/CHF | 0,9268 CHF | 0,9253 CHF | +0,16% (konstant) |
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