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Heizölpreis – Gas erneut potentieller Preistreiber

Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchschnittlich leicht gesunken. Am meisten profitieren aktuell Interessenten in Deutschland mit einem Nachlass von 1,35 Cent pro Liter Heizöl. Die Rohölsorte WTI ist unter die 110 Dollar Marke gerutscht und auch Brent bewegt sich auf diese zu, während der Euro zum Dollar etwas an Wert gewinnen konnte. China beschneidet seine Ölproduktexporte, um die eigenen Klimaziele zu erreichen. Deutschland und Österreich ergreifen mehrere Maßnahmen, um die Folgen der durch Russland reduzierten Gaslieferungen abzufedern.

Die Rohölpreise der Sorten WTI und Brent sind über das Wochenende deutlich gesunken. Die Nordseesorte Brent konnte zum Schluss des Vortages bereits wieder minimal an Boden gewinnen, während die US-amerikanische Sorte WTI nochmals zum Handelsauftakt an Wert verloren hat. WTI ist über das Wochenende auch deutlich unter die psychologisch wichtige 110 Dollar pro Fass Marke gefallen und wird aktuell mit 108,58 Dollar pro Fass, einem Minus von 0,60 Prozent, gehandelt. Ein Fass Brent wird derweil mit 113,67 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,05 Prozent. Der Euro steig ebenfalls mit leichtem Plus in den Handel ein und schafft es damit sogar über die psychologisch wichtige 1,05 Dollar pro Euro Marke. Aktuell wird ein Euro mit 1,0527 Dollar, einem Plus von 0,35 Prozent, gehandelt. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, macht ein stärkerer Euro hierzulande den Einkauf günstiger. In Kombination mit den gesunkenen Rohölpreisen, stellt dies einen Heizölpreissenkenden Faktor dar.

Gute Nachrichten für das globale Klima und schlechte Nachrichten für Heizölkunden kommen aus China. Das Land leidet weiterhin unter seiner Corona-Endemie und könnte aufgrund des dadurch reduzierten Bedarfs an Ölprodukten im Inland Überschüsse exportieren. Nach neusten Zahlen ist allerdings ca. ein Drittel der gesamten chinesischen Raffineriekapazität offline. Hintergrund sind die Vorgaben der Regierung, nach denen weniger Ausfuhrlizenzen für Ölprodukte erteilt wurden. Damit soll nicht mehr als im Land verbraucht wird, produziert werden, um die Klimaschutzziele des Regimes in Peking zu erreichen. Aufgrund der noch immer durch Corona gut gefüllten Lagerbestände wurde deshalb die Produktion deutlich gedrosselt. Im Mai 2021 exportierte China noch 1,55 Mio. Tonnen Benzin und 1,68 Mio. Tonnen Diesel. Dieses Jahr im Mai wurden dagegen nur 840.000 Tonnen Benzin, ein Minus von 46 Prozent und 120.000 Tonnen Diesel, ein Rückgang um 93 Prozent, exportiert.

Der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck verkündete am vergangenen Sonntag unter anderem, dass Deutschland Kohlekraftwerke in die Reserve des Energiemix aufnimmt, um bis zu 10 Gigawatt Kohlestrom im Fall eines Gasdefizits bereitstellen zu können. Zum anderen wurde verkündet, dass der deutsche Staat 15 Milliarden Euro als Kredite für die Gasunternehmen zur Verfügung stellt, um die Gasspeicher des Landes schneller zu füllen. Ziel ist es die deutschen Gasspeicher bis zum ersten November 2022 auf 90 Prozent aufzufüllen. Aktuell sind die Speicher zu 57,03 Prozent gefüllt. Der Branchenverband Initiative Energien Speichern (INES) gibt an, dass die Gasspeicher, sollten sie zu 100 Prozent befüllt sein, Deutschland in einem durchschnittlichen Winter zwei bis drei Monate versorgen können. Ausgelöst wurden diese Maßnahmen unter anderem, weil Russland die über die Nordstream-1-Pipeline nach Deutschland gesandten Mengen an Gas um 60 Prozent reduziert hat. Aus anonymen Quellen heißt es nun, dass sogar die zweite Stufe des dreistufigen „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ kurzfristig ausgelöst werden könne. Laut dieser kommt es zu einer Störung der Versorgung des Landes, welche allerdings noch ohne staatliche Eingriffe gehandhabt werden kann. Dies kann sich allerdings so auswirken, dass die Energieunternehmen kurzfristig die Preise für Endverbraucher anheben, um z. B. den Verbrauch zu reduzieren.

Die österreichische Regierung hat ähnliche Maßnahmen ergriffen und beschlossen ein in Reserve gehaltenes Gaskraftwerk kurzfristig umzurüsten, um mit diesem auch über Kohle Strom produzieren zu können. Auch hier ist das Ziel sich im Falle von ausbleibenden russischen Gaslieferungen energiemäßig abzusichern. Österreich bezieht ca. 80 Prozent seines Gases aus Russland und hat Probleme neue Lieferquellen zu erschließen.

Die Heizölpreise starten heute früh tendenziell niedriger als am Freitagabend in den Tag, einzig in der Schweiz stagnieren die Preise im Durchschnitt. In Österreich können sich Heizölkäufer über einen Rückgang von im Schnitt 0,35 Cent pro Liter freuen und in Deutschland profitieren Interessenten aktuell von einem Preisrückgang von im Schnitt 1,35 Cent pro Liter Heizöl.

Das Bestellvolumen war dieses Wochenende ungefähr doppelt so hoch wie am vorhergehenden Wochenende. Die Unsicherheit bei der Gasversorgung in der Eurozone treibt zwar die Preise, allerdings zeichnet sich auch ein Ausbleiben der russischen Gaslieferungen in Europa ab. Sollte es wirklich dazu kommen und von Russland und nicht der EU ausgehen, würden die Heizölpreise sehr wahrscheinlich wie auch bisher den dann rapide steigenden Gaspreisen folgen. Hintergrund ist, dass in vielen Industrien die Stromerzeugung über Gas relativ leicht auf Öl umgestellt werden kann und Heizöl aktuell im Verhältnis zu Gas günstiger ist. 


Börsendaten:
Montag 20.06.2022 - 11:04 Uhr Schluss Vortag 19.06.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 112,14 $ pro Barrel 113,61 $ pro Barrel -1,29%
Gasöl 1.285,50 $ pro Tonne 1.295,75 $ pro Tonne -0,79%
Euro/Dollar 1,0528 $ 1,0486 $ +0,40% (etwas fester)
USD/CHF 0,9650 CHF 0,9693 CHF -0,44% (etwas schwächer)



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