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Heizölpreis – Aufwärtstrend endlich gebrochen?

Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind im Vortagesvergleich um durchschnittlich 4,15 Cent gefallen. Die VEA wecken Hoffnungen auf eine stärkere Förderquotenanhebung der OPEC+ im kommenden Meeting des Bündnisses. Die USA scheinen Verhandlungen mit Venezuela zwecks einer Aufhebung der Sanktionen gegen den Ölsektor aufgenommen zu haben.

Endlich gibt es dezent gute Nachrichten aus den Reihen der OPEC+. Der in den USA stationierte Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gab gestern bekannt, dass sich das Land beim nächsten OPEC+ Meeting für eine stärkere Anhebung der Förderquoten der OPEC+ stark machen will. Bereits damals als die Einschränkungen beschlossen wurden, gab es Spannungen innerhalb der OPEC+ zwischen den VEA und Saudi-Arabien, weil die VEA mit den Einschränkungen in der beschlossenen Form nicht zufrieden waren. Leider kam kurze Zeit später bereits eine Relativierung durch den Energieminister der VEA, welcher sich zu den Werten und Strategien der OPEC+ bekannte. Der Markt wartet nun mit Spannung auf das nächste OPEC+ Meeting und das tatsächliche Verhalten der VEA in diesem.

Ebenfalls positiv ist, dass die USA laut gut informierten Quellen mit Venezuela in Verhandlungen stehen. Ziel der USA ist es die russischen Ölimporte durch Öl aus Venezuela zu ersetzen. Nachdem es seit mehreren Jahren Sanktionen seitens der USA gegen den Ölsektor Venezuelas gibt, ist dies eine starke Kehrtwende. An die Aufhebung der Sanktionen koppeln die USA, dass Venezuela Teile seines Öls in die USA exportiert. Einen vollständigen Ausgleich der russischen Importe werden die USA allerdings dadurch nicht sicherstellen können. Während die USA 2021 durchschnittlich 670 Tsd. Barrel Öl aus Russland importierten, schwankt die Rohölproduktion Venezuelas je nach Quelle zwischen 558 Tsd. Und 636 Tsd. Barrel pro Tag.

Ein weiterer Lichtblick ist, dass erneut eine diplomatische Lösung für den Krieg in der Ukraine auf dem Tisch liegt. Im Zuge des für heute geplanten Treffens zwischen den Außenministern der Ukraine und Russlands, gab die Ukraine neue mögliche Zugeständnisse an den russischen Aggressor bekannt. Zum einen bot das Land an nicht mehr auf eine NATO-Mitgliedschaft zu pochen und zum anderen sich auch zu einer neutralen Position innerhalb der Staatengemeinschaft zu bekennen. Über alle Zugeständnisse kann allerdings erst nach Beendigung der Kriegshandlungen kommen.

Nachdem es international wieder einige, wenn gleich auch nur dezente, gute Nachrichten gibt, scheint sich die Panik der Händler an den Ölmärkten etwas zu legen. In der D-A-CH-Region kam es in den letzten Tagen zu teils deutlichen Preisrückgängen für Heizöl. In Deutschland zahlen Heizölinteressenten im Vortagesvergleich signifikante 11,85 Cent weniger pro Liter. In der Schweiz beträgt der Rückgang nur durchschnittlich 0,6 Cent pro Liter und auf der anderen Seite liegt der Heizölpreis dort auch weit unter dem des deutschen Marktes. 

Die Nachfrage gestern war im Vortagesvergleich ca. 55% niedriger. Grund dürften hier die gestrigen Rekordpreise gewesen sein, die sich erst von gestern Abend zu heute Morgen wieder entspannt haben. Tendenziell wird der Heizölpreis sich die nächsten Monate mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einem deutlich höheren als dem hierzulande gewohnten Niveau halten und auf der anderen Seite zeichnet es sich ab, dass die aktuellen Rekordpreise nicht die neue Norm darstellen. Sollte sich Russland aufgrund seiner stagnierenden Offensive in der Ukraine und noch bestehenden Abhängigkeit vom Westen auf eine diplomatische Lösung im Krieg mit der Ukraine einlassen, würde dies sehr wahrscheinlich zu massiven Preisnachlässen führen. Da das Verhältnis zwischen Ost und West nun allerdings zerrüttet ist, werden sich beide Seiten kurz und mittelfristig sehr wahrscheinlich nach neuen Handelspartnern umschauen, so dass eine Rückkehr zur alten Norm unwahrscheinlich erscheint. 


Börsendaten:
Donnerstag 10.03.2022 - 10:36 Uhr Schluss Vortag 09.03.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 116,02 $ pro Barrel 112,52 $ pro Barrel +3,11%
Gasöl 1.152,00 $ pro Tonne 1.118,25 $ pro Tonne +3,02%
Euro/Dollar 1,1053 $ 1,1067 $ -0,13% (konstant)
USD/CHF 0,9270 CHF 0,9257 CHF +0,14% (konstant)



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