In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,05 Cent bzw. Rappen gestiegen. Die USA üben Druck auf Indien aus, die russischen Ölimporte zu reduzieren. Leichte Lockdown-Lockerungen in der chinesischen Metropole Shanghai treiben die Heizölpreise nach oben. Der russische Präsident bezeichnet die Friedensgespräche mit der Ukraine als „Sackgasse“.
Die Rohölsorten Brent und WTI haben aktuell zum Vortagsschluss leicht nachgegeben, halten sich allerdings jeweils über der psychologisch wichtigen 100 Dollar pro Barrel Marke. Aktuell wird ein Fass der Nordseerohölsorte Brent mit 104,50 Dollar, einem Minus von 0,41 Prozent, gehandelt. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI kostet aktuell 100,44 Dollar, ein Minus von 0,63 Prozent. Der Euro gibt im Vergleich zum Dollar weiterhin langsam, aber stetig nach. Aktuell wird ein Euro mit 1,0823 Dollar, einem Minus von 0,07 Prozent, gehandelt.
Potentiell preissteigernde Neuigkeiten für den Heizölpreis gibt es aus Indien. Die USA haben den Druck auf das Land erhöht, um zu bewirken, dass weniger russisches Öl gekauft wird. Dies scheint gewirkt zu haben, da die Indian Oil Corp. (IOC) mehrere der russischen Rohölsorten, die hauptsächlich von den indischen Raffinerien verarbeitet werden, von ihren Ausschreibungslisten für Mai und Juni 2022 gestrichen haben. Fraglich ist allerdings, ob dies aufgrund des US-amerikanischen Drucks geschehen ist oder weil das Land in den letzten knapp zwei Monaten mit 13 Mio. Barrel fast so viel russisches Öl gekauft hat, wie im gesamten vergangenen Jahr, wo etwa 16 Mio. Barrel russischen Öls importiert wurden. Die Lager der Raffinerien könnten demnach sehr gut befüllt sein, so dass aktuell der restliche Bedarf bequem und Image schonend aus anderen Quellen importiert werden könnte. Dies sorgt dennoch für eine höhere Konkurrenz um die verbliebenen Angebote an Rohöl auf dem Weltmarkt. Möglicherweise berechtigt verweist Indien jedoch darauf, dass die aktuell größten Abnehmer russischen Öls weiterhin in Europa ansässig sind.
Ebenfalls preistreibend wirken sich die ersten zaghaften Lockdown-Lockerung in der chinesischen Millionenmetropole Shanghai aus. Der null Toleranz Ansatz der chinesischen Regierung, der z. B. auch bei asymptomatischen Fällen eine Quarantäne und Visite im Krankenhaus vorsieht, stößt bei den dortigen Fallzahlen an seine Grenzen. Nach ca. zwei Wochen leidet nicht nur die Industrie, sondern auch die Menschen, da es z. B. schwer ist an genügend Lebensmittel für den täglichen Bedarf zu kommen. Es werden nun in vereinzelten Wohnblöcken, in denen es seit längerer Zeit keine gemeldeten neuen Infektionen gab, die Lockdown-Maßnahmen gelockert. Obwohl dies keinen unmittelbaren Anstieg des Verbrauchs an z. B. Öl nach sich zieht, sieht der Ölmarkt dies als Zeichen, dass die 26 Mio. Metropole kurzfristig zur Normalität zurück findet und entsprechend die chinesische Wirtschaft im Gesamten wieder mehr Ölbedarf haben wird.
In der D-A-CH-Region sinken die Preise teils minimal. Ausgenommen ist die Schweiz, hier sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,4 Rappen pro Liter gestiegen. In Österreich können sich Heizölinteressenten auf einen minimalen Nachlass von durchschnittlich 0,05 Cent einstellen. In Deutschland ließen die Preise im Vergleich zum Ende des Vortages um durchschnittlich 0,15 Cent nach, liegen allerdings weiterhin im Schnitt 1,65 Cent über dem Literpreis von Montag.
Die Anzahl der Heizölbestellungen stieg im Vortagesvergleich um ca. 25 Prozent. Hintergrund dürfte vor allem der starke Preisanstieg in Deutschland gewesen sein. Die Heizölnutzer wollten verhindern wieder massive Aufschläge hinnehmen zu müssen und haben sich entsprechend eingedeckt. Jetzt wo der positive Effekt auf den Ölpreis der Freigabe von Teilen der strategischen Ölreserven mehrerer Länder eingepreist wurde, spüren wir erneuten Aufwärtsdruck. Neben den oben genannten Neuigkeiten treibt auch die Aussage des russischen Präsidenten Vladimir Putin, dass die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine eine Sackgasse darstellen. Dies impliziert eine Fortsetzung des russischen Angriffskrieges und steigenden Druck auf die EU doch die russischen Öl- und Gasimporte zu sanktionieren.
| Mittwoch 13.04.2022 - 11:17 Uhr | Schluss Vortag 12.04.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 105,00 $ pro Barrel | 104,77 $ pro Barrel | +0,22% |
| Gasöl | 1.040,00 $ pro Tonne | 1.040,25 $ pro Tonne | -0,02% |
| Euro/Dollar | 1,0834 $ | 1,0828 $ | +0,06% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9317 CHF | 0,9322 CHF | -0,05% (konstant) |
| 4-Wochen-Prognose | |
|---|---|
| Rohöl | leicht steigend |
| Heizöl | leicht steigend |