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Heizöl wird im Angesicht möglicher EU-Sanktionen teurer

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 1,35 Cent gestiegen. Angriffe von Houthi-Rebellen auf Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien verunsichern den Ölmarkt. Der Druck innerhalb der EU, direkte Sanktionen gegen den russischen Energiesektor zu verhängen, wird größer.

Die Rohölsorten Brent und WTI bauen ihren Abstand zur 100 Dollar pro Barrel Marke weiter aus. WTI notiert aktuell bei 108,86 Dollar pro Fass. Brent hat die Marke von 110 Dollar bereits überschritten und wird aktuell für 112,05 Dollar pro Barrel gehandelt. Der Euro verweilt im Vergleich zum Dollar weiterhin knapp über der 1,10 Marke bei aktuell 1,1061 Dollar pro Euro. Im Vergleich zum Vortag ein minimales Plus von 0,14%.

Preistreibende Neuigkeiten kommen aus dem Nahen Osten. In Saudi-Arabien hatten die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen aus dem Jemen angegriffen. Mindestens sechs Ziele sollen attackiert worden sein, darunter Ölanlagen des Staatskonzerns Saudi Aramco und eine Erdgasanlage. Bei dem Angriff auf die Erdgasanlage kam es zu einem Brand, der nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Bei den Angriffen auf die Einrichtungen von Saudi Aramco wurde eine Raffinerie beschädigt, was die Produktion zeitweise verringert hat. Laut dem Konzern wird sich dies jedoch nicht auf das Angebot auswirken, da der Produktionsausfall aus den eigenen Reserven kompensiert wird.

Innerhalb der EU erhöht sich der Druck den USA zu folgen und den Energiesektor Russlands direkt zu sanktionieren. Aktuell sind es besonders die baltischen Länder wie Litauen sowie Irland die darauf drängen die Sanktionen auszuweiten. Die Argumentation ist, dass man zum einen die Angriffe Russlands auf zivile Ziele nicht ungestraft hinzunehmen und zum anderen, dass Russland einen Großteil seiner Einnahmen aus seinem Energiesektor zieht. Deutschland wiederum warnt, aufgrund der großen Abhängigkeit der EU von russischen Öl- und Gaslieferungen, vor überstürzten Handlungen. Der Präsident der USA Joe Biden wird am Donnerstag in Brüssel eintreffen und mit den NATO-Mitgliedern, der EU und den G7 darüber beraten, inwieweit der Westen Russland weiter für seinen Angriffskrieg abstrafen kann. Sehr wahrscheinlich werden mehr Individuen und möglicherweise auch Firmen auf die Sanktionsliste gesetzt, allerdings scheint die letzte große und schmerzhafte Maßnahme zu sein Russlands Energiesektor direkt zu sanktionieren.

In der D-A-CH-Region sorgen die internationalen Neuigkeiten für in diesen Wochen verhältnismäßig geringe Aufschläge. In Deutschland müssen Heizölinteressenten im Vortagesvergleich mit 3,65 Cent pro Liter am tiefsten in die Taschen greifen. In Österreich hält sich dagegen noch das Preisniveau der Vortage. Hier könnte geholfen haben, dass die Regierung ein weiteres Hilfspaket für das Land angekündigt hat, nachdem das erste erst verabschiedet wurde. Mit den Milliardenhilfen sollen z. B. Pendler, die auf ihr Auto nicht verzichten können, entlastet werden und gleichzeitig z. B. der Personennahverkehr ausgebaut und vergünstigt werden. Wie in Deutschland wurde auch das österreichische Kartellamt beauftragt zu prüfen ob die großen Konzerne die Preisverfälle beim Öleinkauf nicht zeitnah an ihre Kunden weitergeben.

Die Nachfrage ist weiterhin gering. Zwar gab es heute früh im Vortagesvergleich bereits einen Anstieg der Bestellungen von ca. 40%, auf der anderen Seite sind mehr als acht Mal so viele Besucher wie gewöhnlich auf www.HeizOel24.de unterwegs und warten auf den richtigen Kaufzeitpunkt. Nachdem nun global wieder mehrere negative Faktoren für den heizölpreis aufgekommen sind, wird es sehr wahrscheinlich in den kommenden Tagen einen deutlichen Anstieg der Preise und Bestellungen geben. Die Friedensverhandlungen im Krieg zwischen der Ukraine und Russland, die letzte Woche noch für sinkende Preise sorgten, haben nach den Aussagen Russlands letzte Woche wieder einen negativen Anhauch bekommen. Die Angriffe auf die saudischen Öl- und Gasproduktionsanlagen schüren ebenfalls die Angst vor weiteren globalen Angebotsausfällen und das neben kleineren Ländern wie Litauen und Irland auch Frankreich für Sanktionen gegen den russischen Energiesektor ausspricht, wird der Druck auf Länder wie Deutschland größer, sich entsprechend zu beteiligen. Positiv, bezogen auf den Heizölpreis, ist das erneute Aufkommen von Corona und den damit verbunden harten Lockdowns in China. Die Lockdowns senken den Ölbedarf in der zweitgrößten Wirtschaftsnation und setzten damit Mengen für die restliche Welt frei. 


Börsendaten:
Montag 21.03.2022 - 11:31 Uhr Schluss Vortag 20.03.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 111,96 $ pro Barrel 109,13 $ pro Barrel +2,59%
Gasöl 1.134,00 $ pro Tonne 1.094,75 $ pro Tonne +3,59%
Euro/Dollar 1,1046 $ 1,1045 $ +0,01% (konstant)
USD/CHF 0,9303 CHF 0,9326 CHF -0,25% (etwas schwächer)



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