In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,1 Cent gesunken. Bei den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran gibt es positive Entwicklungen die zu zusätzlichen ca. 900.000 B/T iranischen Rohöls auf dem Weltmarkt innerhalb von ungefähr 3 Monaten führen könnten. Der Westen vermutet, dass Russland einen Vorwand für den Einmarsch in die Ukraine kreieren will.
Gute ölpreissenkende Neuigkeiten gibt es bei den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran. Es liegt demnach ein erster Textentwurf vor, welcher den Beginn der Rückkehr zum Abkommen von 2015 vorbereiten soll. Im ersten Schritt soll der Iran kurzfristig seine Urananreicherung auf einen Reinheitsgrad von unter fünf Prozent begrenzen, um kein Waffenfähiges Material herstellen zu können. Im Gegenzug sollen sieben Millionen Dollar, die im Zuge der Sanktionen eingefroren wurden, freigegeben werden. Danach sollen schrittweise alle Sanktionen entweder aufgehoben oder ausgesetzt werden. Dazu gehört auch die Aussetzung der Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor. Bisher gibt es noch kein von allen Parteien unterschriebenes Dokument, so dass man diese Nachrichten noch mit Vorsicht genießen muss und es noch keine größere Abwärtskorrektur bei den Ölpreisen gab. Auf der anderen Seite bereiten sich einige ehemalige Abnehmerstaaten iranischen Rohöls, wie Südkorea und Japan, wieder darauf vor im Falle aufgehobener Sanktionen wieder iranisches Öl zu kaufen.
Dem entgegen steht weiterhin der Ukraine-Konflikt, welcher einen stärkeren Preisverfall vorerst verhindert. Sah es Anfang der Woche noch so aus, als ob sich der Konflikt entschärfen würde, nehmen die Spannungen aktuell drastisch zu. Anfang der Woche behauptete Russland Truppen aus dem Grenzgebiet abgezogen zu haben. Die Amerikaner wiederum behaupteten Tags darauf, dass sogar zusätzliche Truppen an die ukrainische Grenze verlegt zu haben. Keine der Seiten konnte bisher Belege für die jeweiligen Behauptungen produzieren. Aufgrund der seit längerem anhaltenden, aber nicht eskalierenden Spannungen verliert der Konflikt an Schrecken für den Ölmarkt, weshalb die positiv erscheinenden Fortschritte bei den Atomabkommensverhandlungen den Ölpreis aktuell etwas drücken. Dies könnte sich allerdings bereits im Verlaufe des heutigen Freitags wieder umkehren, da sich der Ton zwischen Ost und West wieder verschärft. Zusätzlich gibt es Meldungen, dass die separatistischen Regionen im Osten der Ukraine vom ukrainischen Militär attackiert wurden. Die Ukraine dementiert diese Meldungen und der Westen vermutet, dass Russland damit einen Vorwand kreieren will, um in die Ukraine einmarschieren zu können. Dies wird untermauert, weil Russland erst Anfang dieser Woche zeitgleich mit den Meldungen zum angeblichen Teilabzug seiner Truppen gemeldet hatte, dass die separatistischen prorussischen Gebiete als eigenständige Staaten anerkannt werden sollen.
Trotz der weiterhin globalen Unterversorgung des Ölmarktes und der schwellenden globalen Konflikte hat sich der Ölpreis über die letzten Tage etwas entspannt. Im Vortagesvergleich zahlen Heizölinteressenten in Deutschland durchschnittlich 0,3 Cent weniger als am Vortag. In Österreich sparen Heizölnutzer durchschnittlich 0,1 Cent. In der Schweiz sind die Preise im Vortagesvergleich stabil geblieben, allerdings gab es eine signifikante Preisreduktion vom 16.02. zum 17.02 von im Schnitt 1,65 Rappen pro Liter Heizöl.
Die Nachfrage am Donnerstag ist im Vergleich zum Mittwoch um ca. 5% gestiegen. Die Heizölkäufer scheinen aktuell auf einen weiteren Abwärtsrutsch zu warten, bevor mehr Heizöl geordert wird. Die Stimmung in der HeizOel24 Community steht auch auf Warten mit 88% der Nutzer, welche wenn überhaupt nur kleinere Teilmengen kaufen, um ein Leerlaufen der Tanks zu verhindern. Dennoch sind die globalen Faktoren weiterhin tendenziell auf Preisanstieg ausgelegt. So lohnt es sich aufgrund des kleinen Preisrutsches der letzten Tage vor allem in Deutschland und der Schweiz aktuell Heizöl zu kaufen, wenn man mögliche Risiken wie zum Beispiel eine Eskalation des Ukraine-Konfliktes oder ein erneutes Scheitern der Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen dem Iran und den USA vermeiden will.
Börsendaten:
| Freitag 18.02.2022 - 09:47 Uhr | Schluss Vortag 17.02.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 92,33 $ pro Barrel | 92,87 $ pro Barrel | -0,58% |
| Gasöl | 807,50 $ pro Tonne | 815,75 $ pro Tonne | -1,01% |
| Euro/Dollar | 1,1373 $ | 1,1361 $ | +0,11% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9211 CHF | 0,9199 CHF | +0,13% (konstant) |
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