In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich erneut gestiegen. Sorgen vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts lassen den Dollar im Vergleich zum Euro erstarken. In den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu einer Rückkehr zum Atomabkommen gibt es erste positive Äußerungen seitens des Irans.
Der Konflikt in der Ukraine sorgt nicht nur für direkte Ängste bei den Energieprodukten, wie Öl und Gas und damit für steigende Heizölpreise. Auch der Dollar profitiert von der Risikoflucht der Anleger und legte so im Verhältnis zum Euro an Wert zu. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, macht dies den Einkauf in bspw. Europa teurer, wodurch die Heizölpreise ebenfalls steigen. Auch vermeiden die Händler aktuell den Kauf langfristiger Lieferungen russischen Öls. Die Sorge ist hier, dass das gekaufte Öl möglicherweise aufgrund der möglichen Eskalation und damit verbundener Sanktionen nicht mehr geliefert werden könne. Dies verknappt die aktuelle globale Angebotssituation für Rohölprodukte weiter und zieht die Preise nach oben.
Leicht positive Neuigkeiten gibt es wiederum bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das Atomabkommen. Nachdem die Rhetorik aus dem Iran gestern noch eher pessimistisch war, gibt der iranische Außenminister nun an, dass man „in Eile“ sei die Verhandlungen erfolgreich zu beenden. Ob dies eine Reaktion auf die inoffizielle Aussage der USA sei, dass sich das Zeitfenster für Verhandlungen schließe, ist dabei offen. Die russische Position zu den Verhandlungen ist, dass zwar eine „finale Phase“ erreich sei, es allerdings noch deutliche Gräben gäbe, die es zu überwinden gilt..
Die Nachfrage am gestrigen Montag befand sich auf einem Zweimonatshoch und lag ca. 35% über der des vergangenen Montags. Da der Heizölpreis aktuell sehr stark von dem brodelnden Konflikt in der Ukraine getragen wird, setzen risikoaverse Heizölinteressenten darauf lieber jetzt zu einem hohen Preis zu kaufen, statt in einem Kriegsfall möglicherweise explodierte Preise in Kauf nehmen zu müssen. Zwar zeigt die Rhetorik der beteiligten Länder zaghafte Entspannungsversuche, auf der anderen Seite bestehen klare Interessenkonflikte und es sind weiterhin ca. 130.000 russische Soldaten plus Kriegsgerät an der ukrainischen Grenze positioniert. Preisoptimiert kann sich ein Abwarten mit dem Heizölkauf bis z. B. in den Sommer lohnen, sollte sich der Konflikt in der Ukraine entspannen und die Verhandlungen zwischen dem Iran und der USA von Erfolg gekrönt sein. Auf Nummer sicher geht man als Heizölnutzer mit einem Kauf zu den aktuellen Preisen.
Börsendaten:
| Dienstag 15.02.2022 - 10:24 Uhr | Schluss Vortag 14.02.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 94,26 $ pro Barrel | 95,76 $ pro Barrel | -1,57% |
| Gasöl | 830,00 $ pro Tonne | 845,50 $ pro Tonne | -1,83% |
| Euro/Dollar | 1,1344 $ | 1,1304 $ | +0,35% (etwas fester) |
| USD/CHF | 0,9251 CHF | 0,9240 CHF | +0,12% (konstant) |
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