Die Heizölpreise in der D-A-CH-Region steigen um durchschnittlich 0,05 Cent pro Liter. Die eskalierenden Proteste in Kasachstan könnten für den Ausfall von Exporten in Höhe von 1,6 Mio. B/T Rohöl führen. Der Wintereinbruch in den USA sorgt für Produktionsausfälle beim Rohöl. Die Prognosen für Chinas diesjährigen Rohölbedarf wurden nach unten korrigiert.
Potentiell preissteigernd für den Heizölpreis sind die Nachrichten über die Unruhen in Kasachstan. Das Land verfügt über große Vorkommen an Rohöl und Gas und exportiert ca. 1,6 Mio. B/T. Im Zuge der Unruhen ist die Regierung zurückgetreten. Noch sind die Exporte nicht eingeschränkt, eine weitere Destabilisierung des Landes könnte allerdings sehr wohl dazu führen. In einem solchen Falle würde die Angebotssituation auf dem Weltmarkt sich deutlich verschlechtern.
In den USA ist aufgrund des harten Wintereinbruchs, mit Temperaturen um minus zwanzig Grad Celsius in einigen Gebieten, die Ölproduktion rückläufig. Einige Ölfelder berichten bereits von Produktionsausfällen und die Keystone Pipeline wurde abgeschaltet. Damit entfallen 590.000 B/T, die über diese transportiert wurden. Es wird an der Wiederinbetriebnahme gearbeitet, die sehr tiefen Minusgrade erschweren allerdings Prognosen darüber, wie schnell dies gelingen kann.
Preissenkend wirkt sich aus, dass einige Analysten die Ölnachfrage Chinas nach unten korrigiert haben. China verfolgt eine sehr harte Quarantäne-Politik für Corona. Aufgrund zweier Fälle in der Region Gushi wurde beispielsweise die gesamte Region mit ihren 1 Mio. Einwohnern abgeschottet, um eine Ausbreitung zu verhindern. Prognosen über den verringerten Bedarf variieren für das Jahr 2022 von einem Minus von 110.000 B/T bis minus 420.000 B/T.
Theoretisch preissenkend hätte sich der Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) von gestern Nachmittag auswirken müssen. Zwar sind die Rohölbestände der USA erneut gesunken, allerdings kam es bei den Destillaten, zu denen auch Heizöl gehört und Benzin zu deutlichen aufbauten. Zusätzlich zu den Aufbauten bei Benzin war die Nachfrage nach diesem geringer. Dies wird als Folgen der Omikron-Welle in den USA gewertet. Die insgesamt niedrigen Rohölbestände des Landes sowie die potentiellen Probleme aus Kasachstan bremsten die preissenkende Wirkung des DOE-Berichtes aus.
Nachfrageseitig ist der Bedarf von gestern auf dem Niveau des Mittwochs der Vorwoche. Die Heizölinteressenten benötigen Öl, hoffen allerdings noch auf den prognostizierten Angebotsüberschuss für 2022 und die damit verbundenen Preissenkungen für Heizöl. Kurzfristig deuten sich allerdings aufgrund der internationalen Nachrichten weitere Preissteigerungen an. Sollte der Tank langsam leerlaufen und die Preise weiterhin über dem erhofften Niveau verharren, bietet es sich an eine kleinere Menge Heizöl zu bestellen, um über die Kalte Winterzeit zu kommen und den Tank dann im Sommer komplett zu befüllen.
| Donnerstag 06.01.2022 - 10:08 Uhr | Schluss Vortag 05.01.2022 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 80,71 $ pro Barrel | 80,20 $ pro Barrel | +0,64% |
| Gasöl | 698,75 $ pro Tonne | 695,50 $ pro Tonne | +0,47% |
| Euro/Dollar | 1,1291 $ | 1,1310 $ | -0,17% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9197 CHF | 0,9166 CHF | +0,34% (etwas fester) |
alle Angaben ohne Gewähr |