Während die Heizölpreise gestern um bis zu 1,5 Cent pro Liter nachgaben, stiegen sie heute früh um bis zu 1,9 Cent an. Hintergrund sind zum einen die Kommentare des israelischen Verteidigungsministiers, die einen baldigen Start der verschobenen israelischen Bodenoffensive vermuten lassen. Zum anderen hat die USA den weiteren Rückkauf von Rohöl für seine strategischen Reserven angekündigt und den bisher akzeptierten Preis pro Fass stark angehoben. Das damit verbundene Aufwärtspotential für die Ölpreise ist bereits ausgeschöpft und es zeichnen sich bereits regionale Heizölpreisabwärtsbewegungen ab.
Nachdem die Rohöl- und Ölproduktpreise gestern einen Sprung nach oben machten, warten sie nun auf neue Richtungsimpulse. Brent und WTI notieren derzeit bei 93 bzw. 90 Dollar pro Fass, während ICE Gasoil mit 919 Dollar pro Tonne gehandelt wird. Derweil konnte sich der Euro wieder auf 1,057 Dollar kämpfen. Damit ist das weitere Aufwärtspotential der heutigen Heizölpreise vorerst begrenzt.
Aufgrund eines durch die USA abgefangenen Raketenangriffs aus dem Yemen auf Israel und die Andeutung des israelischen Verteidigungsministers, welche einen baldigen Start der verschobenen Bodenoffensive Israels impliziert, machten die Ölpreise gestern noch einen starken Sprung nach oben. Der Ölmarkt wertet beide Punkte als Anzeichen für eine Ausweitung des Konflikts auf andere Länder im Nahen Osten und erhöht die Risikoaufschläge.
Die USA sorgten ebenfalls für Aufwärtsdruck. Die dortige Regierung hat im September begonnen ihre strategischen Rohölreserven wieder aufzufüllen und hat nun bekannt gegeben, bis einschließlich Januar 2024 weitere sechs Mio. Fass für einen Preis von maximal 79 Dollar pro Fass zurückkaufen zu wollen.
Die USA wollen zwischen Dezember 2023 und Januar 2024 weitere sechs Mio. Fass Rohöl für ihre strategischen Reserven kaufen. Nachdem die US-amerikanische Regierung im letzten Jahr 180 Mio. Fass aus seiner Reserve verkauft hat, um die Ölpreise zu senken, ist sie seit September 2023 dabei diese wieder aufzufüllen. Bisher wurden 4,8 Mio. Fass für einen durchschnittlichen Preis von 73 Dollar zurückgekauft. Für die neue Ausschreibung gilt ein Preis von maximal 79 Dollar, was weit unter den aktuellen Rohölpreisen liegt. Dennoch sorgt sowohl die Nachfrage als auch die Preiserhöhung für Aufwärtsdruck an den Ölmärkten.
Während der österreichische Markt die Schwankungen des Ölmarktes weiterhin ignoriert, stiegen die Heizölpreise in Deutschland um 1,35 Cent pro Liter. Die weitere Preisentwicklung über das Wochenende wird stark von den Entwicklungen im Krieg zwischen Israel und der Hamas abhängen. Sollte Israel seine Bodenoffensive tatsächlich starten oder es weitere Angriffe aus dem Yemen geben, dürfte die Angst vor einer Ausweitung des Konfliktes auf die angrenzenden Öl produzierenden Länder zu weiteren Anhebungen der Risikoaufschläge führen. Heizölinteressenten sollten daher die Nachrichtenlage genau im Auge behalten und bei Bedarf spätestens bestellen, sobald es Meldungen neuer Angriffe aus der Region gibt. -fr-
| Freitag 20.10.2023 - 10:49 Uhr | Schluss Vortag 19.10.2023 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 93,56 $ pro Barrel | 93,04 $ pro Barrel | +0,56% |
| Gasöl | 924,25 $ pro Tonne | 921,50 $ pro Tonne | +0,30% |
| Euro/Dollar | 1,0594 $ | 1,0582 $ | +0,11% (konstant) |
| USD/CHF | 0,8904 CHF | 0,8909 CHF | -0,06% (konstant) |
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