Erstmalig seit 2019 starten alle Länder der D-A-CH-Region mit einem durchschnittlichen Heizöl-Preis von 80 Euro pro 100 Litern Heizöl in den Tag. Aufgrund des weltweiten Angebotsdefizit für Rohöl ist eine preisliche Entspannung unwahrscheinlich. Einziger Lichtblick könnte das OPEC+ Meeting am heutigen Tage werden.
Die Ölpreisschwankungen an den Börsen fielen über das Wochenende eher gering aus. Mit Spannung wird von den Marktteilnehmern das heutige Meeting der OPEC+ erwartet. Geplant und seit längerem in der Umsetzung ist die kontinuierliche Rohöl-Produktionssteigerung von 400.000 B/T pro Monat. Aufgrund der aktuell starken Unterversorgung des Energie-Weltmarktes hoffen Ölkonsumenten auf eine höhere Fördermengensteigerung, damit die Ölpreise nicht außer Kontrolle laufen. Aufgrund der hohen Gaspreise und des im Verhältnis dazu günstigen Öles, hat sich der weltweite Ölbedarf erneut stark erhöht, obwohl es bereits ein weltweites Angebotsdefizit gibt. Andere signifikante Ölmengen für den Weltmarkt sind, abgesehen von einer Produktionssteigerung der OPEC+, nicht in Sicht. Auch aus dem Iran ist kein zusätzliches Öl zu erwarten. Der Iran fordert als Bedingung für eine Wiederaufnahme der Atomabkommensverhandlungen die Freigabe von mindestens 10 Milliarden Dollar. Diese stammen aus Öl- und Gasexporten und werden aufgrund der US-Sanktionen blockiert. Das die USA sich ohne Gegenleistung in die Freigabe von Geldern oder die Lockerung anderer Sanktionen drängen lassen, ist unwahrscheinlich. Somit bleibt es wohl dabei, dass die signifikante Rohölproduktion des Irans, auch weiterhin dem Weltmarkt nicht zur Verfügung stehen wird.
Mit einem erstmals seit 2019 erreichtem durchschnittlichen Preis von 80 Euro pro 100 Liter Heizöl hat Deutschland fast seinen österreichischen Nachbarn eingeholt. Aufgrund der Rohstoffknappheit am Weltmarkt, könnte dieser Trend auch die aktuelle Heizsaison hindurch anhalten. Sprich mit einer signifikanten Preisänderung nach unten ist kurzfristig nur zu rechnen, wenn die internationalen Rohölproduzenten entgegen den allgemeinen Erwartungen doch Ihre Förderquoten für Rohöl deutlich stärker als geplant erhöhen. Auch die Nachfrage nach Heizöl lässt diesen Schluss zu, da es sich bei dem vergangenen Wochenende trotz Jahreshöchstpreisen um das Wochenende mit den bisher meisten Bestellungen von Heizöl in diesem Jahr handelt. Heizölkäufer sollten auch bedenken, dass die Lieferfristen aktuell in die Richtung von ein bis zwei Monaten tendieren. Wer jetzt auf leeren Tanks sitzt sollte deshalb noch die Angebote von Händlern nutzen, die regulär niedrige Lieferfristen anbieten oder es muss ggf. die Option der Expresslieferung genutzt werden.
| Montag 04.10.2021 - 12:28 Uhr | Schluss Vortag 03.10.2021 | Veränderung zum Vortag | |
|---|---|---|---|
| Rohöl Brent Crude | 79,46 $ pro Barrel | 79,24 $ pro Barrel | +0,28% |
| Gasöl | 682,25 $ pro Tonne | 681,50 $ pro Tonne | +0,11% |
| Euro/Dollar | 1,1612 $ | 1,1593 $ | +0,16% (konstant) |
| USD/CHF | 0,9288 CHF | 0,9296 CHF | -0,09% (konstant) |
alle Angaben ohne Gewähr |