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Atomdrohung schreckt Heizölpreis nach oben

Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind im Vortagesvergleich um durchschnittlich 1,95 Cent pro Liter gestiegen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat angekündigt die Atomstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft zu versetzen. Deutschland plant den Bau zweier Flüssiggasterminals, um unabhängiger von russischen Importen zu werden.

Die Ankündigung des russischen Präsidenten Wladimir Putins, unter anderem die Atomstreitkräfte des Landes in Kampfbereitschaft zu versetzen, hat für einen erneuten sehr starken Risikoaufschlag bei den Heizölpreisen gesorgt. Sah es erst so aus, als ob es möglicherweise bald eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zwischen der Ukraine und Russland gäbe, so hat die potentielle Bereitschaft des Einsatzes von Atomwaffen russischer seits den Ölmarkt in starke Verunsicherung zwecks der Versorgungssicherheit gestürzt. Ob die für angeblich heute Morgen anberaumtem Gespräche zwischen der Ukraine und Russland noch stattfinden und für eine Rückkehr zum Frieden führen, wird vom Markt mit Spannung erwartet. Allein der Versuch eine diplomatische Lösung zu finden, würde die Preise wieder stabilisieren.

Im Zuge der erneuten Eskalation des Ukraine-Konflikts hat der britische Ölkonzern BP angekündigt seine Anteile am russischen Staatskonzern Rosneft und die gehaltenen Aufsichtsratposten aufzugeben. Dies ist ein großes wirtschaftliches Opfer, dass der Konzern bringt. Rund 50 Prozent seiner Vorräte an Öl und Gas sind in Anlagen von Rosneft gebunden und ein drittel seiner Förderkapazitäten entfällt auf den russischen Konzern. Rosneft äußert sich dahingehend, dass er den Rückzug des britischen Unternehmens als politisch motiviert ansieht. Abzuwarten bleibt, ob sich nun auch andere Ölschwergewichte wie z. B. die TotalEnergies aus dem russischen Markt verabschieden.

Aufgrund der Ukraine-Krise ist das für Mittwoch geplante Meeting der OPEC+ in den Hintergrund der Aufmerksamkeit geraten. Der Markt erwartet, dass die OPEC+ bei ihrer Strategie bleibt und erneut eine Förderquotenerhöhung von 400.000 B/T beschließen wird. Da der Markt bereits jetzt davon ausgeht, dass die OPEC+ ca. 900.000 B/T hinter den aktuellen Quoten liegt, wird eine solche Ankündigung allein keinen nennenswerten Effekt auf den Markt ausüben. Preissteigernd wirkte sich sogar aus, dass die OPEC+ ihre Angebotsüberschussprognose für das laufende Jahr um 0,2 Mio. B/T auf 1,1 Mio. B/T reduziert hat.

In der D-A-CH-Region sorgte Putins Ankündigung, die Atomstreitkräfte Russlands in Alarmbereitschaft versetzt zu haben, am Sonntag erneut für massive Aufwärtskorrekturen beim Preis. In Deutschland zahlen Heizölkunden im Vergleich zum Vortag durchschnittlich 3,3 Cent mehr pro Liter Heizöl. In Österreich müssen Interessenten einen Aufpreis von 1,1 Cent pro Liter hinnehmen. 

Die Nachfrage zog am gestrigen Sonntag nach Putins Ankündigung und den damit verbunden Preisaufschlägen stark an und erreichte das Niveau von Freitag. Im Vergleich zum Sonntag der Vorwoche war die Nachfrage gestern ca. 25% höher. Die aktuelle Nachfrageentwicklung wird sich erst abschätzen lassen, sobald klar ist, ob die Ukraine und Russland Friedensverhandlungen ankündigen und welche Zugeständnisse Russland verlangen wird. Dies wiederum wird davon abhängen wie stark die aktuellen Sanktionen Russland beeinträchtigen und ob Putin bereit ist die Menschheit in einen Atomkrieg zu zwingen. Eine Rückkehr zur Diplomatie würde die Preise wieder etwas entspannen, ob es diese wieder normalisieren würde, bleibt dagegen fraglich. Sicher ist, dass die westlichen Länder wie Deutschland Russland nicht mehr als verlässlichen Partner für Rohstofflieferungen sehen. Deutschland plant den Bau zweier Flüssiggasterminals, um unabhängiger von russischen Lieferungen zu werden. 


Börsendaten:
Montag 28.02.2022 - 09:56 Uhr Schluss Vortag 27.02.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 101,92 $ pro Barrel 98,57 $ pro Barrel +3,40%
Gasöl 880,00 $ pro Tonne 847,00 $ pro Tonne +3,90%
Euro/Dollar 1,1173 $ 1,1152 $ +0,19% (konstant)
USD/CHF 0,9258 CHF 0,9265 CHF -0,08% (konstant)



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