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Heizölnachfrage mit starkem Endspurt

Die Ölpreise an den internationalen Börsen befinden sich zum Wochenschluss weiter leicht im Aufwind. Die Heizölpreise ziehen je nach Region um bis zu 0,7 Cent je Liter an, verbleiben aber in unmittelbarer Nähe ihrer Mehr-Monats-Tiefs. In Österreich und der Schweiz ist Heizöl so günstig, weil zuletzt Mitte Juli. In Deutschland, wo die CO2-Preiserhöhung zum Jahreswechsel ihren Schatten voraus wirft, reicht es immerhin für den tiefsten Stand seit Anfang August. Der rechnerische Aufschlag von 4,7 Cent inkl. MwSt., den der Liter Heizöl in Deutschland ab 1. Januar 2024 teurer wird, ist i.d.R. bereits jetzt eingepreist, da Liefertermine im alten Jahr kaum noch zu kriegen sind. Die Heizölnachfrage zog in der Laufenden Woche noch einmal extrem an. Für Autofahrer kann es sich dagegen lohnen, zwischen den Feiertagen noch einmal vollzutanken. Allen bleibt außerdem der Trost, dass die Ölpreise aktuell einen intakten Abwärtstrend zeigen, der der steigenden Staatsquote entgegenwirkt. Heizölkunden können also auf den Januar spekulieren.

Nachdem die Rohölnotierungen am Dienstag eingebrochen waren und der Kurs für Brent (Nordseeöl) erst knapp oberhalb des Bereichs von 72 Dollar je Barrel zum Stehen kam, können sich die Notierungen stabilisieren. Im Bereich von 72 Dollar je Barrel Brent verläuft eine wichtige Unterstützungslinie, die im Frühsommer 2023 mehrfach nicht unterboten werden konnte, ehe die Brent-Notierungen im Herbst auf bis zu 96,50 Dollar ansteigen. Unter 70 Dollar je Barrel rutschte der Rohölpreis (Brent) zuletzt vor zwei Jahren – am 1. Dezember 2021. Das für den Heizöl und auch Dieselpreis ausschlaggebende Raffinerieprodukt Gasöl kostete im Herbst bis zu 1010 Dollar je Tonne und wird aktuell rund 25 Prozent tiefer bei 757 Dollar gehandelt, was allerdings noch 120 Dollar je Tonne mehr sind als beim Jahrestief vom 3. Mai 2023. Der Wert von 637 Dollar je Tonne Gasöl dürfte in den restlichen zwei Wochen des Jahres, trotzt des intakten Abwärtstrends bei den Ölpreisen nicht mehr angegriffen werden.

Gleiches gilt für die Heizölpreise in der DACH-Region, die aktuell eine relative Stärke gegenüber den Rohöl- und Gasölpreisen an der Börse zeigen. In Österreich und der Schweiz reicht es immerhin für die günstigsten Einkaufskonditionen seit Mitte Juli. In Deutschland, wo es zu Wochenbeginn kurzzeitig so aussah, als könnten die Heizölpreise zumindest noch einmal knapp unter einen Euro je Liter sinken, wurde die Chance umgehend von der Bundesregierung zunichte gemacht. In das Abrutschen der Ölpreise am Dienstag platzte die Meldung über die nochmalige Anhebung der CO2-Abgabe zum 1. Januar 2024. Von aktuell 30 Euro pro Tonne CO2 sollte diese ursprünglich auf 35 Euro, dann auf 40 Euro und nun auf 45 Euro zum Jahreswechsel steigen. Die versteckte Steuererhöhung, die nicht nur Heizöl, sondern auch Gas, Benzin und Diesel betrifft, verteuert Heizöl ab 2024 um nunmehr 3,95 Cent zzgl. Mehrwertsteuer – also für Endverbraucher um 4,7 Cent je Liter. Da gleichzeitig mit der Ankündigung der Ampel-Koalition und dem Tiefpreis beim Öl ein Ansturm auf Heizölbestellungen einsetzte, ist der Aufpreis nun in nahezu allen Händlerangeboten bereits eingepreist. Denn maßgeblich ist der Liefertermin und im alten Jahr sind die Kapazitäten ausgebucht.

Nach der drastischen Erhöhung der LKW-Maut in Deutschland zum 1. Dezember folgt nun ein weiterer Schritt zum Stopfen der Haushaltslöcher, die u.a. durch überbordende Sozialausgaben die immensen Kosten der Energiewendepläne der Grünen entstanden sind. Das im Koalitionsvertrag versprochenen „Klimageld“, das Teile der CO2-Bepreisung an die Bürger zurückzahlen sollte, lässt dagegen auf sich warten. Auch an der ökologischen Lenkungsfunktion, des immer stärker steigenden CO2-Preises muss zumindest kurzfristig gezweifelt werden. Beim Autofahren und Heizen mangelt es zumeist an wirtschaftlichen Alternativen, zumal auch die Strompreise weiter steigen. Hier fehlt Deutschland nun das Geld für die geplante Subvention der Netzentgelte.

Abseits der politischen Tristesse um fehlende Steuermilliarden und die subventionsgetriebenen Märkte für energetische Sanierungen und den Heizungstausch keimt dagegen Hoffnung auf. Mit der zuletzt erfolgten gesetzlichen Freigabe für HVO 100 (synthetisch hergestellter Dieselkraftstoff aus 100 Prozent hydriertem Pflanzenöl, das u.a. aus Restspeisefetten gewonnen werden kann) in Deutschland, dürfte im Laufe des nächsten Jahres auch der Weg zum Einsatz von HVO als Bio-Heizöl geebnet werden. 


Börsendaten:
Freitag 15.12.2023 - 13:00 Uhr Schluss Vortag 14.12.2023 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 76,86 $ pro Barrel 76,64 $ pro Barrel +0,29%
Gasöl 759,25 $ pro Tonne 752,00 $ pro Tonne +0,96%
Euro/Dollar 1,0965 $ 1,0990 $ -0,23% (etwas schwächer)
USD/CHF 0,8661 CHF 0,8670 CHF -0,10% (konstant)

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