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Heizöl – preistreibende Faktoren überwiegen leicht

Die Heizölpreise sind regional uneinheitlich in den Tag gestartet. In Österreich und der Schweiz pendeln sie entsprechend der Börsenvorgaben um das Vortagsniveau, in Deutschland steigen sie aufgrund der hohen Inlandsnachfrage nochmals leicht, um durchschnittlich 0,5 Cent je Liter an. Der Ölmarkt kann sich nicht von seinen Rezessionsängsten lösen und wartet auf die Inflationsdaten aus den USA am Nachmittag. Nach aktuellen Berichten scheint Russland auch weiterhin seine Förderkürzungen nicht umzusetzen. Indiens Industrie floriert unter anderem dank günstiger russischer Ölimporte.

Trotz erneuter Verluste zum Handelsauftakt konnten die Rohölsorten Brent und WTI im Vergleich zum gestrigen Vormittag ihren Wert steigern. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird derzeit mit 73,18 Dollar, einem Plus von 0,56 Cent, gehandelt. Die Nordseesorte Brent notiert derzeit mit einem Plus von 0,53 Cent pro Fass bei 76,89 Dollar. Der Euro verweilt bei 1,09 Dollar und die Tonne ICE Gasoil wird im Moment mit 694,00 Dollar gehandelt, einem Plus zum gestrigen Vormittagswert von acht Dollar. Tendenziell dürften die Heizölpreise damit über den heutigen Tagesverlauf weiter steigen.

Die steigenden Heizölpreise der letzten Tage suggerieren, dass die Rohöl- und Produktpreise ebenfalls kontinuierlich steigen, dies ist derzeit nicht der Fall. Sowohl gestern als auch heute schwankten Brent, WTI und auch ICE Gasoil im Tagesverlauf deutlich, ohne dabei eine klare Richtung einzuschlagen. Der volatile Seitwärtstrend eröffnet auch untertägig Raum für Preisspekulationen. Heizölkunden mit unmittelbarem Bedarf sollten deshalb die Preise mehrfach täglich prüfen oder den Preisalarm auf HeizOel24 aktivieren, um Pushnachrichten für das Erreichen der gewünschten Preise zu erhalten.

Ursächlich für die indifferente Börsensituation ist das nach wie vor schwer zu lesende Marktumfeld. Preisdrückende und preistreibende Faktoren halten sich die Wage und erringen abwechselnd ein argumentatives Übergewicht bei der Kursbildung. Diese Situation ist nicht nur bei den Rohstoffen, sondern auch bei Aktien und Anleihen zu beobachten. Gesucht bleibt dagegen Gold. Der „sichere Hafen“ für Krisenzeiten steht kurz vor einem neuen Allzeithoch bei knapp 2050 Dollar je Feinunze. Ein eindrucksvolles Beispiel für die zwiespältige Marktsituation geben die Notenbaken bei ihrer Gratwanderung zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturabsturz. Zwar hat der Vorsitzende der US-amerikanische Notenbank (Fed) ein Ende der Zinserhöhungen angedeutet, keine Woche später gibt der Chef des New Yorker Ablegers der Fed allerdings an, bei Bedarf doch weiter die Zinsen anzuheben. Zusätzlich zeigte der gestern Nacht veröffentlichte Bericht des American Petroleum Institute (API) unerwartete und starke Aufbauten der Rohölbestände der USA. Der Fokus des Ölmarktes richtet sich deshalb auf die für heute Nachmittag erwarteten Berichte des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) zu Ölbeständen, -nachfrage, -exporten sowie auf die Veröffentlichung des Berichtes zu den US-amerikanischen Inflationsdaten. Da die globalen Märkte sich nicht sicher sind, ob die USA eine Rezession erleiden werden oder nicht, wirken sich diese Neuigkeiten aktuell preisdrückend aus.

Die OPEC+ starten diesen Monat mit ihren Förderkürzungen von 1,16 Mio. B/T zusätzlich mit der bereits laufenden Kürzung um weitere 2,0 Mio. B/T aus dem letzten Jahr und der angekündigten Förderkürzung Russlands um 0,5 Mio. B/T. Allerdings gibt es am Markt Zweifel an der tatsächlichen Förder- und Produktionskürzung Russlands. Daten für den April 2023 zeigten keinen relevanten Rückgang in diesen Bereichen, während Russland angibt seine Kürzungsziele fast erreicht zu haben. Die Auswertung wird dadurch erschwert, dass Russland offiziell keine Daten zu dem Thema mehr veröffentlicht. Im aktuellen Vier-Wochenschnitt erreichte Russland mit 3,6 Mio. B/T an Exporten den höchsten Stand seit Jahresbeginn. Russland hat sich innerhalb der OPEC+ zu der Förderkürzung verpflichtet. Wenn das Land bis Jahresende die Reduktion nicht umsetzt, könnte es zu Spannungen innerhalb des Förderkartells kommen.

Die russischen Rohölexporte werden überwiegend nach Asien und dort hauptsächlich nach Indien und China verschifft. Die indische Wirtschaft erholt sich nicht zuletzt dank der sehr günstigen russischen Ölimporte und die Ölnachfrage steigt im Vorjahresvergleich. Negativ wird gesehen, dass die Benzinnachfrage auf Jahressicht um 0,3 Prozent im April 2023 sank. Die Dieselnachfrage, welche eine starke Industrieleistung impliziert, stieg dagegen im Vergleich zum April 2022 um ca. 8,6 Prozent an. Auch die Kerosinnachfrage für den Flugverkehr stieg mit 18,2 Prozent massiv. Damit ordnet der Ölmarkt Indien derzeit als preistreibenden Faktor ein.

In der DACH-Region zeigen sich die Heizölpreise im Vortagesvergleich unverändert bis etwas fester. Besonders in Deutschland ziehen wieder alle Bundesländer leicht an. Im Schnitt zahlen deutsche Verbraucher 0,5 Cent mehr pro Liter Heizöl als gestern. Regional gibt es allerdings auch kleinere Abwärtsbewegungen. Ein klares Indiz dafür, dass die Preisbildung aktuell stark von inländischen Faktoren geprägt ist, die den allgemeinen Börsentrend überlagern. Der Markt scheint leicht überhitzt. Passend dazu ebbt die Bestellwelle aus der ersten Mai-Woche nun ab und die Anzahl der Bestellungen sank im Vortagesvergleich überraschend stark um rund 40 Prozent. Obwohl die Preise auf Jahressicht in allen drei Staaten weiterhin sehr günstig sind, würgt die jüngste Aufwärtsbewegung der Heizölpreise die Nachfrage vorerst ab. Hieraus lässt sich schließen, dass das Gros der Verbraucher damit rechnet, dass es den Brennstoff bald wieder günstiger gibt. Der übergeordnete Abwärtstrend der Heizölpreise ist intakt. Passend dazu steht der Sommer vor der Tür und eröffnet ein großes Spekulationszeitfenster von mehreren Monaten. 

HeizOel24-Tipp: Sie warten auf einen bestimmten Heizölpreis? Wir benachrichtigen Sie gerne, wenn dieser erreicht ist. Aktivieren Sie dazu einfach den Preis-Alarm im Info-Center. HeizOel24

Börsendaten:
Mittwoch 10.05.2023 - 12:22 Uhr Schluss Vortag 09.05.2023 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 76,41 $ pro Barrel 77,28 $ pro Barrel -1,13%
Gasöl 689,00 $ pro Tonne 694,00 $ pro Tonne -0,72%
Euro/Dollar 1,0956 $ 1,0964 $ -0,07% (konstant)
USD/CHF 0,8908 CHF 0,8896 CHF +0,13% (konstant)

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