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Heizöl: Kompromissbereitschaft drückt den Preis

In Deutschland Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,15 Cent pro Liter Heizöl gesunken. Russland gibt Teilabzug von Truppen an der ukrainischen Grenze bekannt. In den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran hat dieser neue Lösungsvorschläge präsentiert und geht somit auf die USA zu. Über den Inhalt der Vorschläge ist aktuell noch nichts bekannt

Gestern gab es ein erste gute, weil entschärfende, Neuigkeiten im Ukraine-Konflikt. Russland gab an einige Truppen von der ukrainischen Grenze abgezogen zu haben. Sowohl Soldaten als auch schwereres Gerät seien auf dem Weg zurück in die jeweiligen Stützpunkte. Russland beteuerte bereits seit längerem, dass es keine Invasion vorbereite, sondern dass es sich um reguläre Truppenübungen handle, die nun von den ersten Truppen abgeschlossen wurden. Weder die Nato noch die USA konnten den Abzug der besagten Truppen bisher bestätigen. Selbst wenn die benannten Truppen abgezogen wurden, verbleiben noch genug russische Streitkräfte für eine mögliche Invasion an der ukrainischen Grenze, dennoch wurde dieses erste Zeichen der Entspannungspolitik seitens Russlands positiv aufgenommen und wirkt sich preissenkend auf die Ölpreise aus. Wie lange dieser Sprung nach unten anhält, sich fortsetzt oder wieder umkehrt, bleibt allerdings offen, besonders im Hinblick darauf, dass Russland die Anerkennung der separatistischen Gebiete in der Ostukraine als eigenständige Staaten fordert, was in Konflikt mit dem Minsker Abkommen verstößt und eine diplomatische Lösung schwieriger macht.

Aus den Verhandlungen zum Atomabkommen zwischen den USA und dem Iran gibt es ebenfalls positive Nachrichten, welche kurzfristig die Ölpreise sinken lassen könnten. Der Iran soll „neue Lösungen“ zur Behebung der „verbleibenden Probleme“ geliefert haben. Inhalte wurden bisher nicht bekannt gegeben. Allerdings ist die Rhetorik des Iran weiterhin relativ aggressiv. So werden die USA aufgefordert ihre „unrealistischen Forderungen“ fallen zu lassen und Sanktionslockerungen zu beschließen. Größte Hürde sind aktuell die vom Iran geforderten Garantien, dass die USA nicht erneut das Abkommen einseitig aufkündigen und dass konkrete Sanktionslockerungen umgesetzt und beschlossen werden. Zu Recht kreidet der Iran hier der USA die einseitige Aufkündigung des Abkommens das 2015 ausgehandelt wurde an. Unbestätigte Quellen nennen die Atmosphäre bei den Verhandlungen aktuell konstruktiv mit „ernsthafte[n] Diskussionen über die verbleibenden Streitfragen“. Da sich die Verhandlungen angeblich in der finalen Phase befinden sind dies sehr gute Neuigkeiten. Bei einer tatsächlichen Einigung könnten kurzfristig 1 Mio. bis 1,5 Mio. B/T Rohöl mehr auf den Weltmarkt kommen, welche das aktuelle Angebotsdefizit deutlich entspannen würden.

Die Entspannungen die der potentielle Truppenabzug der russischen Streitkräfte von der ukrainischen Grenze mit sich bringt, machen sich preislich sogleich in der D-A-CH-Region bemerkbar. In Deutschland und Österreich können sich Heizölkunden im Vortagesvergleich über eine Preisreduktion von durchschnittlich 0,25 Cent pro Liter Heizöl freuen. Einzig in der Schweiz startet der Preis auf dem Vortagesniveau in den Vormittag.

Trotz der gestern teils massiv gesunkenen Preise war die Nachfrage nach Heizöl eher verhalten, verglichen mit dem Vortag. Im Vergleich zum Montag wurde am gestrigen Dienstag ca. ein Drittel weniger Heizöl bestellt. Hintergrund könnte hier die Hoffnung der Heizölinteressenten auf ein baldiges Ende des Ukraine-Konfliktes und damit nachlassende Preise sein. Da der Abzug der Truppen bisher nicht bestätigt werden konnte, Russland die Unabhängigkeit von separatistischen Regionen in der Ostukraine fordert und weiterhin ausreichend Truppen für eine potentielle Invasion bereitstehen, könnte sich diese Hoffnung allerdings als Trugschluss erweisen. Dennoch wurde der mögliche Truppenabzug sowohl am Aktien- als auch Ölmarkt positiv bewertet. Zum einen sanken die Ölpreise und zum anderen erstarkte der Euro im Vergleich zum Dollar leicht, was ebenfalls einen leichten vergünstigenden Effekt auf die Ölpreise hat. 

Börsendaten:

Mittwoch 16.02.2022 - 10:26 Uhr Schluss Vortag 15.02.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 94,18 $ pro Barrel 93,50 $ pro Barrel +0,73%
Gasöl 832,00 $ pro Tonne 824,75 $ pro Tonne +0,88%
Euro/Dollar 1,1379 $ 1,1356 $ +0,20% (etwas fester)
USD/CHF 0,9254 CHF 0,9249 CHF +0,05% (konstant)

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