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Heizöl-, Gaspreise & Europa

In Österreich und der Schweiz starten die Heizölpreise auf dem Niveau des Vortages in die Woche. Deutsche Heizölinteressenten können sich über einen Nachlass zum Vortag von durchschnittlich einem Cent pro Liter freuen. Nachdem die libysche Rohölproduktion aufgrund von Unruhen in dem Land teils um über 50 Prozent zurückging, hat sich diese laut dem libyschen Ölministerium wieder bei 1,2 Mio. B/T stabilisiert. Die EU bereitet sich auf einen Gasnotstand im Winter vor, doch es mangelt an bindenden Verträgen zwischen den einzelnen Mitgliedern.

Die Rohölsorten Brent und WTI starten beide unterhalb des Vortagesschlusswertes in die neue Woche. WTI notiert dabei dennoch oberhalb des Wertes von Freitagvormittag, während Brent massive Verluste hinnehmen musste. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 97,68 Dollar, einem Minus von 0,72 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 103,51 Dollar gehandelt, einem Minus vom 5,88 Prozent. Der Euro hält sich im Vergleich zum Dollar weiterhin knapp über der psychologisch wichtigen 1,02 Dollar Marke und wird aktuell mit 1,0235 Dollar, einem Plus von 0,13 Prozent, gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt startet ebenfalls stark in den Handel. Im Vergleich zum Schlusswert von Donnerstag wurde der Kontrakt am Freitag mit 1.106,50 Dollar, einem Plus von 0,249 Prozent, gehandelt.

Positive Nachrichten für die Heizölpreise gibt es aus Libyen. Das Land gab an, dass die Rohölproduktion zurück auf dem Stand von Anfang April angekommen sei. Dies entspricht einer Förderung von 1,2 Mio. B/T. Seit April fiel die Förderkapazität des Landes teils auf unter 50 Prozent dieses Wertes. Hintergrund ist, dass nachdem letztes Jahr ein unsicherer Frieden ausgehandelt wurde, sich nun wieder zwei Lager gebildet haben, welche um die Macht im Lande kämpfen. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen haben dabei immer wieder auch zu Produktionsausfällen geführt. Tendenziell wird Libyens Ölproduktion aufgrund der Volatilität der Produktion somit eher als preistreibender Faktor für Öl gesehen, die zumindest kurzfristige Erholung der Produktion sendet dennoch positive Signale in dem aktuell sehr angespannten Markt.

Schlechte Nachrichten für die Heizölpreise kommen aus der EU. Da inzwischen der überwiegende Teil der EU davon ausgeht, dass Russland den Gashahn demnächst komplett zudreht, wurde ein Abkommen mit vielen Ausnahmen geschlossen, welches die EU-Mitglieder aufgefordert ihren Gasverbrauch um 15 Prozent zu senken. Dies geschieht aktuell auf freiwilliger Basis, könnte in einem Krisenfall allerdings verpflichtend werden, vorausgesetzt eine Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten stimmt dem zu. Zusätzlich sind die EU-Mitglieder nach EU-Recht verpflichtet untereinander Gas zu teilen, wenn ein Nachbarland bspw. Probleme hat die Wohnräume seiner Bevölkerung oder kritische Dienste wie Krankenhäuser zu versorgen. In der Praxis sind dazu bilaterale Abkommen zwischen den 27 EU-Staaten nötig. Aktuell gibt es davon sechs in der gesamten EU, welche insgesamt acht Länder abdecken. Drei davon hat Deutschland mit umliegenden Ländern geschlossen und an weiteren drei arbeitet die Bundesrepublik aktuell, darunter an Vereinbarungen mit Italien und Polen. Beide Länder zeigen aktuell allerdings begrenztes Interesse daran mit Deutschland entsprechende Vereinbarungen zu schließen. Eine weitere Idee der Gasnotsituation in der EU vorzubeugen ist, dass die EU-Staaten, welche Gas sparen und teilen, zusätzlich von den Nutznießern bezahlt werden. Dies könnte die Solidarität im Verbund stärken und attraktiv gestalten. Zum Beispiel für Griechenland und Spanien, welche seit Jahren die sich intensivierende Abhängigkeit unter anderem von Deutschland von russischem Gas kritisiert haben. Hinzu kommt, dass Deutschlands massive Kritik an der Finanzpolitik der südlichen EU-Staaten immer noch negativ im Gedächtnis dieser sitzt.

In der D-A-CH-Region starten die Heizölpreise im Vortagesvergleich relativ neutral in den Tag. Einzig in Deutschland sind die Heizölpreise mit durchschnittlich 1 Cent pro Liter spürbar gesunken. In Österreich stiegen die Preise pro Liter Heizöl dagegen im Schnitt um 0,1 Cent und in der Schweiz starten sie auf dem Vortagesniveau in die neue Woche.

Das Bestellvolumen stieg im Vergleich zum Wochenende der Vorwoche um ca. 30 Prozent an. Hintergrund dürften die zum Wochenende hin leicht gefallen Heizölpreise sein. Wie lang die minimale Korrektur nach unten anhält, bleibt abzuwarten. Schon jetzt erhöhen sich die Lieferfristen der Händler, da das Heizöl physisch nicht genug in der D-A-CH-Region vorhanden ist und die Preise dürften kurzfristig ebenfalls wieder anziehen. 


Börsendaten:
Montag 01.08.2022 - 11:15 Uhr Schluss Vortag 31.07.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 102,46 $ pro Barrel 104,00 $ pro Barrel -1,48%
Gasöl 1.055,50 $ pro Tonne 1.069,50 $ pro Tonne -1,31%
Euro/Dollar 1,0252 $ 1,0225 $ +0,26% (etwas fester)
USD/CHF 0,9496 CHF 0,9512 CHF -0,17% (konstant)



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