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EU – kommt das Ölembargo?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Heizölpreise im Schnitt gesunken. Wie in den letzten Tagen üblich sehen wir die größten Sprünge in Deutschland. Hier sanken die Preise im Schnitt um 2,25 Cent pro Liter Heizöl. Der Bericht des API zeigt deutlich stärkere Abbauten bei den Ölbeständen der USA als vom Markt erwartet. Sollte der für heute Nachmittag erwartete Bericht des DOE die Daten des API bestätigen, könnte dies zu deutlichen Heizölpreisanstiegen führen. Nachdem Deutschland seinen Widerstand gegen ein mögliches Embargo der EU gegen russisches Öl aufgegeben hat, wird nun über den Entwurf der EU-Kommission zwischen den Mitgliedsstaaten diskutiert.

Die Rohölsorten Brent und WTI starten heute fester in den Tag. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 105,34 Dollar, einem Plus von 1,79 Prozent zum Vortagesschluss, gehandelt. Ebenfalls ein Plus von 1,79 Prozent zum Vortag weist die Nordseerohölsorte Brent auf. Hier wird ein Fass aktuell mit 107,84 Dollar gehandelt. Steigende Rohölpriese wirken sich negativ auf die hiesigen Heizölpreise aus. Auf der anderen Seite werden die Heizölpreise hierzulande günstiger, wenn der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert gewinnt. Aktuell wird ein Euro mit 1,0526 Dollar, einem Plus von 0,02 Prozent, gehandelt. Damit hat sich der Euro wieder etwas von der psychologisch wichtigen 1,05 Dollar Marke entfernen können.

Als kurzfristig preistreibend könnte sich der gestern Nacht veröffentlichte Bericht des US American Petroleum Institute (API) erweisen. Der Ölmarkt hatte zwar mit Abbauten in allen Bereichen der Bestände der USA gerechnet, der Bericht zeigt jedoch deutlich stärker als erwartete Abbauten. Bei den Rohölbeständen ging der Markt von einem Rückgang von 0,2 Mio. Barrel aus. Laut API ist der Wert allerdings mit einem Minus von 3,5 Mio. Barrel mehr als 17-mal so hoch. Ähnlich sieht es bei den Benzinbeständen der USA aus. Erwartet wurde ein Minus von 0,3 Mio. Barrel dem laut API ein Minus von 4,5 Mio. Barrel gegenüber steht. Einzig bei den Destillaten, zu denen auch Heizöl gehört, ist der Abbau mit 4,5 Mio. Barrel laut API nur dreimal so hoch wie vom Markt erwartet. Sollte der für heute Nachmittag fällige Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) die Werte des API bestätigen, dürfte dies die Heizölpreise spürbar nach oben drücken.

Besonders interessant für die Ölpreise im generellen wird sein, ob sich die EU-Mitgliedsstaaten über das neue Sanktionspaket einigen können. Dieses wurde von der EU-Kommission vorgelegt und enthält, nun da Deutschland inzwischen seinen Widerstand zu dem Thema aufgegeben hat, auch ein Embargo für russisches Öl. Im aktuellen Vorschlag ist von einem Einfuhrstopp mit sechs- bis achtmonatiger Übergangszeit die Rede. Zusätzlich sind Ungarn und die Slowakei von dem Embargo ausgenommen. Derzeit scheint nur noch die prorussische Regierung Ungarns ein möglicher Stolperstein für die Verabschiedung des neuen Sanktionspaketes zu sein. Besonders in Ostdeutschland könnte ein solches Embargo allerdings für Engpässe und sogar Ausfälle führen. Aktuell wird Ostdeutschland hauptsächlich über die Raffinerien in Leuna und Schwedt versorgt, beide verarbeiten aktuell hauptsächlich mit russischem Öl. Während der französische Verwalter der Raffinerie in Leuna angab sich bis Jahresende von der Nutzung russischen Öl zu lösen, könnte es bei der Raffinerie in Schwedt schwierig werden. Diese versorgt den Großraum Berlin und Brandenburg und wird mehrheitlich von dem russischen Unternehmen Rosneft verwaltet. Ob Rosneft bereit ist sich von russischem Öl zu lösen, ist aktuell fraglich und stellt die deutsche Bundesregierung vor ein schwieriges Problem. Derzeit wird geprüft, ob eine zu mindestens zeitweise Verstaatlichung möglich wäre.

Heute früh sind die Heizölpreise in der D-A-CH-Region im Vergleich zum Vortag gefallen. In Deutschland sparen Heizölkunden mit im Schnitt einem Minus von 2,25 Cent pro Liter derzeit am meisten. In der Schweiz zahlen Heizölinteressenten durchschnittlich 0,75 Rappen weniger pro Liter und in Österreich beträgt das Minus durchschnittlich 0,25 Cent.

Die Anzahl der Bestellungen ist im Vergleich zum Vortag erneut um knapp fünf Prozent gestiegen. Der leichte Ausreißer der heizölpreise nach unten wurde vielfach genutzt, um sich vor der aktuell noch wahrscheinlichen Fortsetzung des Aufwärtstrends abzusichern. Die durchschnittliche Bestellung liegt derzeit bei rund 2.100 Litern. Analysten gehen wiederum davon aus, dass wir aktuell nur eine extremere Form eines volatilen Seitwärtstrends sehen. Sollte sich dies bewahrheiten, könnten die Preise demnächst wieder spürbar sinken. Aktuell sieht es allerdings danach aus, als ob sich die Aufwärtsbewegung noch eine Weile fortsetzt. Besonders in Ostdeutschland würde das nun greifbarere Ölembargo der EU gegen Russland sehr wahrscheinlich für massive Aufschläge bei Heizöl und Diesel sorgen. 


Börsendaten:
Mittwoch 04.05.2022 - 11:25 Uhr Schluss Vortag 03.05.2022 Veränderung zum Vortag
Rohöl Brent Crude 108,19 $ pro Barrel 105,94 $ pro Barrel +2,12%
Gasöl 1.228,50 $ pro Tonne 1.199,00 $ pro Tonne +2,46%
Euro/Dollar 1,0525 $ 1,0522 $ +0,03% (konstant)
USD/CHF 0,9799 CHF 0,9784 CHF +0,15% (konstant)


4-Wochen-Prognose
Rohöl leicht steigend
Heizöl leicht steigend

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