Das zurückliegende Wochenende hat die Welt wieder ein Stück komplizierter gemacht. Beginnen wir mit dem Positiven: Der Super-GAU in Japan ist ausgeblieben! Kraftwerksbetreiber und Rettungskräfte sind vorsichtig optimistisch, die Lage am AKW Fukushima in den Griff zu bekommen. Die eingeleiteten Maßnahmen zur Kühlung und Notstromversorgung zeigen Wirkung. Die Situation in Libyen ist dagegen unklarer denn je. Hier herrscht Krieg. Unter Führung der USA, Frankreichs und Großbritanniens hat eine westliche Allianz begonnen, den UN-Beschluss einer Flugverbotszone durchzusetzen. Augenscheinlich tut man dies sehr gründlich. Marschflugkörper und gezielte Luftangriffe sollen es richten. Während von Seiten des Westens „ein paar Tage“ für die Operation angesetzt sind hat sich auch Kontrahent Gaddafi zu Wort gemeldet. Er erwartet einen langen Krieg und will seine Waffenkammern für das gesamte Volk öffnen. Zynisch betrachtet erinnert die Situation stark an den Konflikt im Irak. Auch hier war eine kurze militärische Aktion geplant, auch hier begann alles mit einigen hundert Tomahawk-Marschflugkörpern von amerikanischen Flugzeugträgern und auch hier gibt es viel Öl.
Womit wir beim eigentlichen Thema wären. In unseren News geht es um Öl, nicht mehr und nicht weniger. Ein zunächst gänzlich unpolitisches Gemisch aus Kohlenwasserstoffketten, das in Raffinerien zu Heizöl, Diesel, Benzin, Kerosin und Asphalt verarbeitet wird. Einen Schritt weiter gedacht ist der Ölpreis dann allerdings doch ein politisches Thema und der Heizölkunde ist gut beraten, sich auszukennen. Spätestens dann, wenn es an die nächste Ölbestellung geht. Unabhängig von der eigenen politischen Meinung – die zählt hier leider nicht – entscheidet das politische Geschehen auf dem Globus über den Kaufpreis. Benzin-, Diesel- und Heizölpreis folgen dem Kurs an der Börse, der immer mehr aus Nachrichten, als aus Angebot und Nachfrage gemacht wird.
Die Heizölpreise fallen heute leicht. Dies liegt zu weiten Teilen an einem deutlich stärkeren Euro. Über den Währungsmechanismus sinken die Importpreise und damit die Inlandspreise. Der Ölpreis als solcher stagniert. Fast scheint es so, als sei ihm die die weltpolitische Lage zu kompliziert, um sich für eine Richtung zu entscheiden. Für Heizölkunden heißt das Gebot der Stunde weiterhin: Beobachten!
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 115,20 $, Gasöl ca. 976 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Österreich ca. - 1,00 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,417 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis steigend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise steigend
alle Angaben ohne Gewähr
© interaid GmbH - 21.03.2011
Eintrag vom: 21.3.2011