Am dritten Tag der laufenden Woche müssen wir den dritte Anstieg der Heizölpreise in Österreich verkünden. Die Heizölpreise verzeichnen damit ein neues Drei-Monats-Hoch und befinden sich nur noch 2-3 % unter dem Jahreshoch, dass aus dem März datiert. Ob es Sinn macht, sich auf dem jetzigen Preisniveau für den Winter zu bevorraten, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht: Für alle Kunden, die das Preistief im Juni verpasst haben, ist die Situation besonders bitter. Angesichts der allgegenwärtigen Krisenberichterstattung in den Medien ist der jüngste Höhenflug der Börsen kaum nachvollziehbar. Zusätzlich zur Euro-Krise wird immer wieder vor einer Rezession, zumindest aber vor einem Abflauen der Weltkonjunktur gewarnt. Eigentlich ein typischer Kontraindikator für hohe Ölpreise. Auch im Jahr 2008 kam der Absturz der Öl- und Heizölpreise überraschend. Gerade das abrupte Auftreten, wie aus dem Nichts und die Heftigkeit der Kursverluste gehören zum Wesen eines Börsencrashs. Auch wenn wir es gerne würden, können wir den Crash an dieser Stelle nicht herbeischreiben, stattdessen müssen wir der Realität ins Auge blicken. Diese konfrontiert uns mit einem aktuellen Gasölpreis (Börsenwert für Heizöl und Diesel) von 945 Dollar je Tonne und einem Rohöl
preis (Brent Crude Nordseeöl) 111,50 Dollar je Barrel. Ein Euro hat einen Gegenwert von 1,238 US-Dollar. Interessant für die kurzfristige Ölpreisentwicklung werden vor allem die US-Bestandsdaten heute Nachmittag sein. Die API-Bestandsdaten vom späten Dienstagabend waren im Rohölbereich neuerlich schlecht. Sollten die Zahlen des privatwirtschaftlichen US-Instituts, heute durch die als verlässlicher geltenden Zahlen des staatlichen DOE bekräftigt werden, droht ein neuer Anstieg.
Der Blick aufs Chartbild offenbart insbesondere beim Nordseeöl eine erstaunliche Symmetrie. Genauso rapide, wie es mit dem Ölpreis im Mai und Juni abwärts ging, geht es nun wieder rauf. Im ungünstigsten Fall heißt das vorläufige Kursziel also 125 Dollar je Barrel. Spätestens hier wäre allerdings ein Niveau erreicht auf dem der Ölpreis selbst zum „Konjunkturkiller“ avanciert – womit wir wieder beim Crash wären.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 111,50 $, Gasöl ca. 945 $ / t
Euro/US Dollar: ca. 1,239 (etwas leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,030(etwas leichter)
alle Angaben ohne Gewähr
© interaid GmbH 08.08.2012
Eintrag vom: 8.8.2012