Die Heizölpreise in deutlich leichter in den August. Der Preisrückgang im Inland speist sich zu ca. drei Vierteln aus sinkenden Ölpreisnotierungen an der Londoner Börse und zu ca. einem Viertel aus wechselkursgewinnen des Euros gegenüber dem US-Dollar. Richtungsweisend für die weitere Preisentwicklung sollten nun die Öl-Bestandsdaten (heute Nachmittag 16:30 Uhr MESZ) und die Notenbanksitzungen in den USA (heute) und Europa (morgen) sein. Die Erwartungen, dass es den Zentralbanken endlich gelingt, die Euro-Krise zu entschärfen und für mehr Wirtschaftswachstum in den USA zu sorgen sind groß. Entsprechend hoch ist auch das Enttäuschungspotential. Der August dürfte in jedem Fall spannend werden an den Finanzmärkten. Turbulenzen beim Ölpreis und Euro-Wechselkurs inklusive. Auf dem inländischen Heizölmarkt geht es zudem auf die Bevorratungswelle der Privathaushalte für den kommenden Winter zu, die erfahrungsgemäß mit dem Ende der großen Ferien einsetzt. Entsprechend des bisherigen Jahresverlaufs im Heizölhandel sollte „erfahrungsgemäß“ an die Stelle allerdings lieber in Anführungszeichen stehen. 2012 zeichnet sich bisher durch extrem starke Nachfragewellen aus, die in Abhängigkeit zur Heizölpreis- bzw. Temperaturentwicklung über den Markt rollen. Dazwischen herrscht Ebbe in den Auftragsannahme der Heizölhändler. Besonders hervorzuheben in Bezug auf die Heizölumsätze sind die Kältewelle Anfang Februar und das Preistief im Juni. April und Juli waren die größten Flaute-Monate.
Fest steht, dass es noch reichlich Bedarf geben wird, auch wenn der rekordverdächtig starke Heizöl-Juni einiges vorweggenommen hat. Insbesondere Hausverwaltungen, die ihr Öl weniger preis- als bedarfsabhängig einkaufen, waren seit dem letzten Winter kaum noch am Markt aktiv. Auch bei den Privathaushalten dürfte es noch zahlreiche Herbstbesteller geben. Das sind zum einen Preiskäufer, die vom raschen Ende des Juni-Preistiefs überrumpelt wurden und zum anderen diejenigen, die erst bei sinkenden Außentemperaturen an ihren Öltank denken. Auch die in den letzten Jahren immer niedrigere Vorratshaltung macht Käufe im Herbst unausweichlich.
Generell ist der Trend zum Internetheizöl ungebrochen und die Nutzerzahlen sind konstant hoch. Zumindest Beobachterseitig ist das Sommerloch in diesem Jahr (wie auch schon im Vorjahr) ausgefallen. Ob die nächste Kaufwelle aber im August, September oder Oktober über den Heizölmarkt schwappt, wird stark preisabhängig sein. Bei konstant hohen oder sogar steigenden Preisen kann es sogar November werden. Kunden, die bis in die Heizperiode hinein mit der Bestellung warten, sollten zudem auf die Lieferfristen achten. Kurzfristige Heizöllieferungen sind meist deutlich teurer.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 104,90 $, Gasöl ca. 901 $ / t
Euro/US Dollar: ca. 1,230 (fester)
Franken/US Dollar: ca. 1,025 (fester)
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© interaid GmbH 01.08.2012
Eintrag vom: 8.1.2012