Die gestrige Frage, wie lange der angekündigte Gang Spaniens unter den Rettungsschrim die Börsen beflügelt, war mehr als berechtigt. Heute haben wir die Antwort: Knapp einen halben Tag. Dax, Euro und Ölpreis gaben gestern bis zum Handelsschluss nahezu alle Gewinne wieder ab, mit denen sie am Morgen in den Handel gestartet waren. Betrachtet man den Kursverlauf der Gasölpreise (Börsenwert für Heizöl und Diesel) fielen diese zwischen 2 Uhr morgens (Handelseröffnung in Asien) und 22 Uhr abends (Handelsschluss in Amerika) von 877 Dollar auf 841 Dollar je Tonne. Satte 4 % Verlust innerhalb eines globalen Handelstages. Beeindruckend war auch die Konstanz der Bewegung, die von wenigen Ausnahmen abgesehen in einer geraden Linie abwärts führte.
Heute Morgen stagnieren die Gasölpreise auf niedrigem Niveau bei rund 845 Dollar je Tonne Gasöl zur Lieferung im Juni. Nach aktuellem Stand ergibt sich zum Mittag weiteres Abwärtspotential. Um 12:00 Uhr steht der Monatliche Kontraktwechsel an. Der Juni-Kontrakt hat seinen letzten Handel und der Juli wird neuer Frontmonat für die Notierung der Gasölpreise an der Londoner Börse. Der Juli-Kontrakt notiert aktuell rund acht Dollar tiefer bei 837 Dollar. Die Gasölpreise haben damit ein neues Jahrestief markiert. Bei den Rohölnotierungen sieht es kaum besser, bzw. sehr gut aus, wenn man den Markt aus Verbrauchersicht betrachtet. Brent Crude Nordseeöl ist mit unter 97 Dollar je Barrel so günstig zu haben wie seit Ende 2010 nicht mehr und leichtes US-Öl (WTI) war nur im Oktober letzten Jahres kurzzeitig günstiger als jetzt. Sollten die US-Bestandszahlen heute Abend bzw. morgen Nachmittag weitere Aufbauten in den amerikanischen Großtanklagern verkünden, wäre ein weiterer Verfall der Ölpreisnotierungen auf Dollarbasis keine Überraschung.
Für die Heizölpreise im Inland spielt weiterhin der Euro das Zünglein an der Waage. Hier ist festzustellen, dass dieser ebenfalls kein Kapital aus der in Aussicht gestellten spanischen Bankenrettung schlagen kann. Mit Kursen von rund 1,25 Euro je Dollar notiert die Gemeinschaftswährung wieder auf dem Stand von vor dem Wochenende.
Insgesamt ist die finale Eurorettung aus Börsensicht wieder einmal verpufft. Das nächste Euro-Endspiel steigt bereits am kommenden Wochenende, wenn die Griechen zur Neuwahl schreiten. Dass danach Klarheit herrscht ist fraglich.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 97,00 $, Gasöl ca. 840 $ / t
Euro/US Dollar: ca. 1,249 (deutlich leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,040 (deutlich leichter)
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© interaid GmbH 12.06.2012
Eintrag vom: 6.12.2012