Die anhaltenden Börsenturbulenzen im Zuge der Eurokrise haben aus Sicht der Heizölkunden einen äußerst erfreulichen Nebeneffekt: Heizöl wird spürbar billiger.
Während es in den vergangenen Wochen nur zögerlich abwärts ging hat sich der Kursverfall an den Öl- und Aktienmärkten seit Freitag drastisch verschärft. Auch zur Handelseröffnung am Montag gab es keine Erholung der Kurse. Die asiatischen Märkte machten dort weiter, wo der amerikanische Börsenhandel am späten Freitagabend aufgehört hatte. Die europäischen Börsen übernehmen die Vorgaben ihrerseits. Der Deutsche Aktienindex DAX notiert erstmals in diesem Jahr unter 6.000 Punkten, nachdem bereits am Freitag die 200-Tage-Linie mit großer Dynamik durchbrochen wurde. Mit Blick auf die Ölpreise an der Londoner ICE zeigt sich ein ähnlich verheerendes Bild, das aus Verbrauchersicht natürlich höchsterfreulich ist.
Seit dem Jahreshoch aus dem März ist der Rohölpreis um 25 % abgestürzt. Ein Barrel Brent Crude Nordseeöl kostet heute Morgen gerade noch 97 Dollar, was dem tiefsten Stand seit Ende 2010 entspricht. Beim Börsenwert für Heizöl und Diesel (Gasöl) sind die Abschläge auf Dollarbasis ähnlich hoch. Hier ging es von bis zu 1.050 Dollar je Tonne im März auf aktuell 833 Dollar abwärts. Wer daraus nun Heizöl-, Diesel- und Benzinpreise in paradiesischen Gefilden ableitet, der hat die Rechnung ohne den Euro gemacht. Dieser verbilligte sich im gleichen Zeitraum um fast 10 %. Drastisch verschärft hat sich die Euro-Abwertung seit Anfang Mai. Von 1,33 ging es auf 1,23 Euro, die man für einen US-Dollar erhält, abwärts. Einzig erfreulich ist die aktuelle Stabilisierung der Gemeinschaftswährung, die sich aktuell zumindest auf 1,24 Dollar zurückkämpfen konnte.
Die Heizölpreise des heutigen Montags sind äußerst günstig. Die Preisrückgang spiegelt damit genau den Ölpreisverfall abzüglich der Währungsverluste beim Import wider. Berücksichtigt man die Jahreszeit, hat bereits ein regelrechter Run auf Heizölbestellungen eingesetzt. Mit steigenden Lieferfristen ist zu rechnen. Insbesondere wenn weiter fallende Heizölpreise auch die letzten Heizöl-Spekulanten aus der Deckung lockt, kann es am Heizölmarkt turbulent werden. Entlastend auf die Fuhrparkkapazitäten wirkt sich lediglich die Tatsache aus, dass sich jetzt im Sommerhalbjahr nahezu ausschließlich Privatkunden mit Heizöl eindecken. Hausverwaltungen und Gewerbekunden haben in den letzten Jahren eine große Zurückhaltung entwickelt und kaufen aus Liquiditätsgründen fast nur noch im Herbst und Winter, wenn das Öl tatsächlich gebraucht wird.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 97,00 $, Gasöl ca. 836 $ / t
Euro/US Dollar: ca. 1,242 (fester)
Franken/US Dollar: ca. 1,034 (fester)
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© interaid GmbH 04.06.2012
Eintrag vom: 6.4.2012