Rohöl (Brent Crude Nordseeöl) und Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) notieren rund ein Prozent unter den gestrigen Schlusskursen. Auch der Aktienmarkt hat sein am Montag geliefertes Pulver bereits wieder verschossen. Aktuell sieht es so aus als handle es sich bei den Kursanstiegen der letzten beiden Tage um die bereits vermutete Zwischenerholung. Der übergeordnete Abwärtstrend, in dem wir uns seit Anfang April befinden, hat bestand und Eurokrise und Konjunktursorgen gewinnen wieder an Dominanz. Die Gemeinschaftswährung verliert im Vergleich zu gestern Früh 1,5 Cent auf den US-Dollar und notiert auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren.
Interessant ist außerdem ein Blick auf die Forwardkurve der Ölpreise. Kontrakte, die später fällig werden sind aktuell billiger als Kontrakte, die naher Zukunft auslaufen. Diese sog. Backwardation-Formation ist eher selten und lässt auf wenig konjunkturelle Zuversicht und die Erwartung eines steigenden Angebots schließen. Ein Barrel Brent Crude Nordseeöl zur Lieferung im Juli kostet heute 107,30 Dollar. Der August-Kontrakt notiert bei 106,60 Dollar und wenn man sich ein Ölfass für Ende 2016 „vorbestellt“ ist man mit 90 Dollar dabei.
Die Börsenkurse können sich schnell wieder ändern und was das Öl im Jahr 2016 kostet werden wir wissen, wenn es so weit ist. Interessierte Heizölkunden können aus diesem Exkurs in die Terminmarktwelt allerdings mitnehmen, dass es Anhaltspunkte dafür gibt, dass sie Ölpreise weiter nachgeben könnten. Kurzfristig könnten auch die Lagerbestandszahlen aus Amerika, die heute Nachmittag veröffentlicht werden, heute Nachmittag dazu beitragen. Heute Morgen macht sich bereits eine düstere Konjunkturprognose der OECD, wonach die Wirtschaftsleistung im Euroraum um bis zu 2 % schrumpfen soll massiv bemerkbar. Auch Aussagen des ehemaligen griechischen Ministerpräsident Papademos zu einem möglichen Euro-Austritts Griechenlands belasten die Kurse schwer.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 109,30 $, Gasöl ca. 918 $ / t
Euro/US Dollar: ca. 1,263 (deutlich leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,052 (deutlich leichter)
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© interaid GmbH 23.05.2012
Eintrag vom: 23.5.2012