Die schleppende Regierungsbildung in Athen hat die Finanzmärkte weiter im Griff. Vor allem der Wert des Euros leidet unter der unklaren Situation und ist wieder unter die Marke von 1,30 US-Dollar gerutscht. Der Ölpreis konnte nach schwachem Handelsverlauf im späten US-Handel zulegen. Die Kursschwankungen waren Berichten zufolge allerdings von taktischen Manövern der Börsianer geprägt. Die Unsicherheit wächst und die Zeiten der "Long-Only-Strategie" beim Öl (Wette auf steigende Kurse) scheinen fürs Erste vorbei.
Die gestern veröffentlichten Daten in Form des EIA (US Energy Information Administration) Monatsreports brachten kaum neue Impulse. Lediglich hinter dem Komma gab es Verschiebungen bei den Zahlen zu Angebot und Nachfrage. Auch die API-Bestandszahlen entfalteten nur geringe Wirkung auf die Ölnotierungen. Sie offenbarten neuerlich sehr große Lagerbestandszuwächse im Rohöl-Bereich. Benzin und Mitteldestillate (Heizöl/ Diesel) verzeichneten dagegen wie bereits in den Vorwochen Abflüsse. Insgesamt bleibt der Ölmarkt leicht bearish bis neutral. Der Markt verharrt in Wartestellung bis auch die Internationale Energie Agentur (IEA) und die OPEC offizielle Statements abgegeben haben. OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien ließ bereits durchsickern, dass Förderquotenerhöhungen kein Tabu sind und die Ölnachfrage bedient wird. Förderausfälle aus dem Iran können bis dato hervorragend kompensiert werden. In Sachen Bestandsdaten wird es heute Nachmittag richtig spannend werden, wenn um 16:30 Uhr die als verlässlicher geltenden DOE-Daten veröffentlicht werden. Die offiziell gelagerten Rohölbestände der USA haben bereits jetzt den höchsten Stand seit 1990 erreicht.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 112,70 $, Gasöl ca. 958 $ / t
Euro/US Dollar: ca. 1,299 (leichter)
Franken/US Dollar: ca. 1,082 (unveränd.)
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© interaid GmbH 09.05.2012
Eintrag vom: 5.9.2012