Leicht sinkende Ölpreise in Verbindung mit einem festeren Euro sorgen für verbesserte Einkaufskonditionen im Inland. Im Schnitt sinken die Heizölpreise in Österreich heute um 0,7 Cent je Liter.
Neue Nachrichten sind nur sehr wenige im Öl- und Währungsmarkt. Stattdessen beobachten wir die Annäherung an die vielgepriesenen psychologischen Marken. Während der Euro die 1,40-Dollar-Marke erfolgreich verteidigen konnte und nun wieder leicht nach oben tendiert, geht es beim Öl in die andere Richtung. Rohöl (Brent Crude Nordseeöl) nimmt Kurs auf 110 $ je Barrel und Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) liegt mit 905 $ je Tonne nur noch knapp oberhalb der 900er-Marke. Ein Fall unter diese Unterstützungen könnte zu einer Verstärkung des Abwärtstrends führen. Ein sehr geeigneter Zeitpunkt für solche Manöver ist der Mittwochnachmittag, an dem die neuesten US-Bestandszahlen regelmäßig für Kursturbulenzen sorgen.
Generell wächst in letzter Zeit die Zahl der Stimmen, die vor einer groß angelegten Korrektur am Aktien und Rohstoffmarkt warnen. Die Parallelität mit der Öl- und Aktienmarkt seit dem Ende der Wirtschaftskrise im Frühjahr 2009 nach oben marschierten, ist in der Tat beeindruckend. Jetzt scheint die Luft für beide Anlageklassen dünn zu werden. Auch der Bürgerkrieg in Libyen bzw. sehr gute Quartalsbilanzen taugten nicht mehr dazu, die Kurse in neue Höhen zu schrauben. Auch ein Blick auf Gold, Silber und Kupfer ist interessant. Besonders die beiden letztgenannten Industriemetalle künden mit Kursverlusten, vom Ende der ganz großen Investmenteuphorie. Die nächsten Monate werden also spannend werden: Finden die Märkte zu alter Stärke zurück, dümpeln sie auf dem erreichten Niveau vor sich hin oder geht es gar rasant abwärts?
Fest steht, dass der Ölmarkt fest im Geflecht der Anlageklassen verankert ist. Rohstoffe, Edelmetalle, Öl und Aktien werden auch weiterhin parallel laufen. Steigende Aktienkurse bei fallenden Ölpreisen wird es kaum geben. Überraschungspotential birgt der Währungssektor mit dem Tauziehen um den Euro-Verbleib Griechenlands. Die große Frage lautet hier: Welche der Leitwährungen ist am wenigsten Instabil?
Heizölkunden sind in jedem Fall gut beraten, den Markt eng zu beobachten. Der Ölmarkt gibt sich wie ein Angeschlagener Boxer. Von fulminanten Comeback über ein mühsames schleppen über die Runden bis hin zum K.O. ist alles drin. Wir bleiben vorsichtig optimistisch, dass es bald noch etwas billiger geht.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 110,50 $, Gasöl ca. 905 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Österreich ca. - 0,70 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,414 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis fallend
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise fallend
alle Angaben ohne Gewähr
Tagestipp: Im Internet auf fallende Heizölpreise spekulieren. Mit einem Kaufgesuch bestellen Sie automatisch zu ihrem Wunschpreis, wenn Heizöl entsprechend billiger wird.© interaid GmbH 17.05.2011
Eintrag vom: 17.5.2011