Das neue Jahr beginnt für Ölheizungsbesitzer alles andere als optimal. Anstelle der erhofften Abwärtskorrektur steigt der Ölpreis an der Börse immer weiter. Aktuell stehen wir bei 800 $ pro Tonne Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) und 98 $ je Barrel Nordseeöl.
Nach dem Pipeline-Leck in Alaska werden nun auch aus Europa Förderschwierigkeiten gemeldet. Zwei norwegische Bohrplattformen mussten vorübergehend geschlossen werden, nachdem Gas ausströmte. Die Alaska-Pipeline soll zur Vermeidung von Frostschäden vorübergehend wieder geöffnet werden. Dies bedeutet aber keinen regulären Betrieb der Linie, die gut 10 % der US-amerikanischen Ölversorgung sichert. Wann dieser wieder möglich ist, steht derzeit nicht fest. Es wird an einer Umgehung der leckgeschlagenen Stelle gearbeitet.
Sämtliche Ölpreissteigerungen der letzten Tage auf das Pipelineproblem zu schieben, wäre wohl etwas zu einfach. Fest steht allerdings, dass die vermeintliche Angebotsknappheit bei Rohöl den Markt neu beflügelt hat. Anstelle einer sich andeutenden Abwärtskorrektur gab es neues Wasser auf die Mühlen der zahlreichen Bullen im Markt. Nächster wichtiger Gradmesser für die kurzfristige Ölpreisentwicklung werden heute Nachmittag die Bestandszahlen des DOE sein.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es unterdessen vom Euro, der die Marke von 1,30 $ zurückerobert hat. Der Euro ist neben dem Ölpreis der zweit wichtigste Faktor für die Heizölpreise in Deutschland und Österreich, da der Wechselkurs über die Importpreise entscheidet. Italien konnte gestern erfolgreich neue Staatsanleihen positionieren. Heute will sich Portugal auf eigene Faust frisches Geld am Finanzmarkt besorgen, um nicht unter den Euro-Rettungsschirm zu müssen. Sollte auch dies gelingen sollte sich die Europäische Gemeinschaftswährung weiter festigen. Auch aus Japan kommt Hilfe für den Euro. Die Asiaten wollen rund 20 % einer geplanten Anleihe für den Euro-Rettungsfonds zeichnen.
Börsendaten:
Ein Barrel Rohöl (159 l) der Sorte Brent kostet in London aktuell rund 98,30 $, Gasöl ca. 801 $ / t
Aktuelle Heizölpreise in Deutschland und Österreich ca. + 1,00 € / 100 l gegenüber gestern.
Euro/US Dollar: ca. 1,301 (fester)
4-Wochen-Prognose Rohöl: Ölpreis seitwärts
4-Wochen-Prognose Heizöl: Heizölpreise leicht fallend
alle Angaben ohne Gewähr
Tagestipp: Kunden mit Heizölbedarf soltlen den Markt genau beobachten. Eine Korrektur der Heizölpreise nach unten scheint überfällig. Absehbar ist sie aber noch nicht.© interaid GmbH 12.01.2011
Eintrag vom: 1.12.2011